17. Feb 2026
Die Bauwirtschaft setzt heute jene Zukunft um, von der Politik und Gesellschaft sprechen: Netto-Null, Kreislaufwirtschaft, moderne Infrastruktur oder eine zukunftsfähige Mobilität. Dafür braucht es Planungs- und Innovationssicherheit. Etwa durch effizientere Bewilligungsverfahren, Unternehmensentlastung oder eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Bauenschweiz setzt sich dafür ein und vereint die Verbände der Bereiche Planung, Bauhauptgewerbe, Ausbau und Gebäudehülle sowie Produktion und Handel von Baumaterial.
Hans Wicki, Präsident von Bauenschweiz, sowie die Präsidien der vier Stammgruppen, Susanne Zenker, Gian-Luca Lardi, Peter Meier und Lionel Lathion, vertiefen die Herausforderungen und Chancen für die Schweiz 2050 in einem aktuellen NZZaS-Bericht zum Thema «Zukunft Bauen». Dabei setzen sie ein klares Signal: Wer heute nicht handelt, verpasst die Zukunft.
Hans Wicki fordert dringend verlässliche Rahmenbedingungen für die Schweizer Bauwirtschaft. Denn diese sei mit ihrer enormen Wertschöpfungskette zugleich Rückgrat und Zukunftsmotor der Schweiz. Er betont: „Die Branche investiert seit Jahren in neue Lösungen, Materialien und in die Ausbildung. Eine Stop-and-Go-Politik ist dabei kontraproduktiv. Stabilität entsteht nur gemeinsam.“
Susanne Zenker, Präsidentin der Stammgruppe Planung Bauenschweiz und Präsidentin SIA, betont: „Die Schweiz braucht schlanke, stufengerechte und digitale Baueingabeverfahren, damit Baubewilligungen schneller und effizienter erteilt werden können. Damit steigern wir Effizienz und verbessern die Nachhaltigkeit, wodurch die Innenentwicklung der Schweiz eher gelingt.“
Gian-Luca Lardi, Präsident der Stammgruppe Bauhauptgewerbe Bauenschweiz und Zentralpräsident SBV verweist auf das Wachstum der Schweiz und sagt: „Verdichtung heisst nicht Hochhauspflicht. Richtig umgesetzt entstehen lebendige Quartiere mit kurzen Wegen und einladenden Aussenräumen. Die Innenentwicklung ist ein Schlüssel für die Schweiz 2050.“
Dabei hat Peter Meier, Präsident Stammgruppe Ausbau und Gebäudehülle Bauenschweiz, Zentralpräsident AM Suisse, vor allem die Ausbildung von Nachwuchskräften im Blick: „In unserer Branche stecken die spannendsten und verantwortungsvollsten Berufe der Schweiz. Wir müssen das duale Bildungssystem weiter stärken und mit dem raschen Wandel der beruflichen Anforderungen Schritt halten. Dafür braucht es Planungssicherheit, Innovationsfreude und starke Berufsverbände, die diesen Weg aktiv mitgestalten.“
Bis 2050 sieht Lionel Lathion, Präsident Stammgruppe Produktion & Handel, Präsident Baustoff, vor allem Chancen in der Kreislaufwirtschaft: „Seit Jahren investiert die Branche erheblich in nachhaltige Materialien und Geschäftsmodelle. Im Markt und in der Politik gilt es jedoch, den Fokus rasch zu erweitern: hin zu einem umfassenderen Blick, der die Kreislauffähigkeit und Nachhaltigkeit von Baustoffen und Gebäuden miteinbezieht. Faktisch muss man bei jedem Projekt den Rückbau, die Wiederverwendung, respektive die Wiederverwertung von Material und Bauteilen mitdenken.“
Die Botschaft ist klar: Die Schweizer Bauwirtschaft hat das Potenzial, Klimaziele, Wohnraum und Infrastruktur nachhaltig zu gestalten – aber nur, wenn alle Akteure jetzt an einem Strang ziehen. Die Zukunft wird gemeinsam gebaut.