11. Mär 2024

Rezension „Immobilienökonomie – Lehrbuch in 2 Bänden“

Eine Rezension von Prof. Dr. Matthias Thomas

Bauenschweiz Online-Information zum Lehrbuch


Donnerstag, 25. April 2024, 8.00–9.00 Uhr, online

Mit den Autoren Stephan Kloess und Stefan Fahrländer

Stephan Kloess

Stephan Kloess

Stefan Fahrländer

Stefan Fahrländer


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Stefan Fahrländer und Stephan Kloess haben 2023 zwei aufeinander aufbauende Bände eines Lehrbuches zur Immobilienwirtschaft veröffentlicht, die sich sowohl an Studierende grundständiger immobilienwirtschaftlicher Studiengänge wie auch von Weiterbildungsstudiengängen aber auch Praktiker richten. Beide Autoren sind anerkannte renommierte Experten ihres Faches, die zugleich über eine umfangreiche Lehr- und Forschungserfahrung in der Immobilienökonomie verfügen. Da beide Autoren ihren Lebensmittelpunkt in der Schweiz haben, beziehen sich viele Beispiele und Marktdaten auf Schweizer Spezifika.

Immobilienökonomie

Der erste Band widmet sich den Grundlagen, während sich der zweite Band mit anwendungsorientierten Fragestellungen befasst. Interdisziplinäre Aspekte der Immobilienökonomie, wie bspw. Architektur und Ingenieurwesen werden bewusst nicht in den beiden Büchern behandelt, während die betriebs- und volkswirtschaftlichen Elemente in Verbindung mit ausgewählten Aspekten der Stadtplanung naturgemäß den Schwerpunkt eines Lehrwerkes zur Immobilienökonomie bilden.

Band eins hat die Basis der Immobilienökonomie zum Inhalt (insbesondere volkswirtschaftliche Themen inkl. Marktmechanismen und Principal Agent Aspekten), um sodann sehr stringent mit dem Nutzermarkt (Mietmarkt) und dem Kapital- bzw. Vermögensmarkt fortzufahren. Hierbei folgen die Autoren den einzelnen Bausteinen des von Wheaton entwickelten Vier-Quadranten Modelles. Leser mit betriebs- wie auch volkswirtschaftlichen Vorkenntnissen können im Kapitel 1 die „Volkswirtschaftliche Mechanismen“ im schnelllese Modus durchgehen, bevor es dann in Kapitel 2 mit „Ökonomie und die Immobilie“ konkret wird. Die Bedeutung der ausführlichen Darstellung von Marktmechanismen des Wheaton-Modells kann nicht positiv genug herausgestellt werden. Durch ein Verständnis der Zusammenhänge zwischen Kapitalmärkten, Immobilieninvestmentmärkten, Nutzermärkten sowie dem Markt für Projektentwicklungen lassen sich in der Praxis bei vielen Marktakteuren unangenehme Überraschungen vermeiden. So legt der Inhalt von Band eins ein belastbares Fundament für den darauffolgenden Band zwei.

Band zwei („Angewandte Immobilienökonomie“) legt inhaltlich drei Schwerpunkte, Bewertung, Portfolio Management sowie Projektentwicklung. Für mich als Rezensent waren die Abschnitte Bewertung und Portfolio Management die persönlichen Highlights. Selten habe ich auf jeweils über 100 Seiten ausgeführt, eine derart umfassend theoretisch fundierte und zugleich anwendungsorientierte und dabei stets nachvollziehbare Darstellung dieser im weitesten Sinne funktionsspezifischen Aspekte der Immobilienökonomie gelesen.

Obgleich spezifische Themen wie bspw. Formen der Immobilienkapitalanlage, Asset-, Property sowie Facilities Management aber auch das Immobilien-Controlling nicht bzw. nur kurz in den beiden Büchern angerissen werden, mindert dies nicht die Relevanz der beiden Lehrbücher.

Das Buch gewinnt durch die verständlichen Formulierungen, die sich in einer kurzen und prägnanten Art auf das Wesentliche beschränken. Zugleich erleichtern dem Leser eine Vielzahl anschaulicher Tabellen, Grafiken und Schaubilder in Verbindung mit Merkpunkten, die sich am Ende eines jeden Kapitels befinden, die Rezeption der Inhalte. Als einzige Anregung für eine eventuelle Folgeauflage dieser beiden Grundlagenwerke verbleibt die Erweiterung der jeweiligen Merkpunkte um einen Abschnitt „Weiterführende bzw. Vertiefende Literatur“.
Ich empfehle – insbesondere auch nicht aus der Schweiz stammenden Studierenden wie auch Praktikern der Immobilienwirtschaft – sich mit den Inhalten beiden Lehrbüchern intensiv zu befassen und auseinanderzusetzen. Eine derartig profunde Bündelung aktueller theoretisch wie auch praktisch relevanter immobilienwirtschaftlicher Fragestellungen findet sich selten. Aus diesem Grund wünsche ich den beiden Autoren eine gute Aufnahme der Bücher durch Studierende wie auch Praktiker.