16. Mär 2022

Mehrkosten auf Grund Teuerung und Lieferengpässe

Mehrkosten auf Grund Teuerung und Lieferengpässe

Die aktuelle, tragische Situation rund um den Ukraine-Krieg und die weltweiten Sanktionen gegen Russland stellen den Welthandel und damit auch die Schweizer Baubranche vor grosse Herausforderungen. Bauenschweiz steht im Dialog mit den Mitgliedverbänden und den Bauherrenorganisationen.

Bereits seit Beginn des vergangenen Jahres liegt eine ausserordentliche Teuerungssituation bei Baumaterial als Folge der Pandemie vor. Diese Situation verschärft sich aktuell.

Es entstehen Mehrkosten auf Grund von Lieferverzögerungen und Preisanstiegen. Besonders betroffen sind zurzeit Stahl, Wärmedämm-, Flüssigkunststoffbeschichtungen und Buntmetall wie Kupfer oder Aluminium sowie. Auch die Holzindustrie erwartet einen Schock in der Wertschöpfungskette. Weiter belasten die Energiepreise die heimische Produktion von Baumaterial wie Backsteinen und Dachziegeln. Diese Aufzählung ist nicht abschliessen. Weitere Auswirkungen könnten veränderte Zahlungskonditionen, Bezugskontingente oder auch Projektstopps sein. Der Markt wird sich auch bei einer Beruhigung der Kriegssituation und einem Ende der Sanktionen nicht umgehend erholen.

Bauenschweiz steht im Austausch mit den Mitgliedverbänden und hat in den vergangenen Tagen den Dialog zu den Bauherren intensiviert. Gemeinsam müssen wir die Herausforderung stemmen, um Verzögerungen oder sogar Baustopps und somit negative volkswirtschaftliche Folgen zu verhindern. Die Bauwirtschaft war während der Pandemie eine wichtige Stütze für den Schweizer Arbeits- und Wirtschaftsplatz. Sie trägt 12% zur gesamten Wirtschaftsleistung bei und beschäftigt rund 465’000 Fachkräfte. 

Aus diesem Grund ist auch in der aktuellen, ausserordentlichen Situation eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aller am Bau beteiligten Akteure notwendig. Es ist wichtig, rechtzeitig zu reagieren und das Gespräch zwischen Bauherren und Auftragnehmenden früh aufzunehmen. Insbesondere, wenn, wie in der aktuellen Situation, indexbasierte Verfahren die Preisänderungen nicht mehr abbilden können. Die wirtschaftlichen Folgen der von der Schweiz mitgetragenen Sanktionen gegen Russland, müssen am Markt von Auftragnehmern und Bauherren gemeinsam getragen werden. Die unvorhergesehen Kosten dürfen nicht ausschliesslich auf die Planer und Unternehmen abgewälzt werden. 

Die Mitgliedverbände von Bauenschweiz unterstützen ihre Unternehmen im Umgang mit der ausserordentlichen Situation, treffen Einschätzungen, machen Empfehlungen und stellen zusätzliche Hilfsmittel zur Verfügung.