23. Jun 2023
Die Baubranche befindet sich im Umbruch. Die digitale Transformation verändert Prozesse und erfordert neue Kompetenzen. SBV-Mitgliedern steht dafür kostenlos eine Plattform zur Verfügung.
Autor: Moritz Lüscher, Leiter Digitalisierung SBV
Erschienen in: Schweizer Bauwirtschaft, Märzausgabe 2023
Die Bauberufe werden in den kommenden Jahren vielfältiger. Neue Kompetenzen sind gefragt im Umgang mit digitalen Prozessen, Bauplänen und vernetzten Tools. Trotz zunehmenden digitalen Abläufen wird die Baubranche auch in Zukunft auf traditionell handwerkliche Kompetenzen angewiesen sein. Es braucht aber eine Erweiterung der Wissensvermittlung, um von den neuen Möglichkeiten profitieren zu können und im zukünftigen Marktumfeld zu bestehen — nicht nur auf technologischer Ebene, sondern auch im Bereich der Methoden und Mitarbeitenden.
Um seine Mitglieder bei der Bewältigung der digitalen Transformation zu unterstützen, hat der SBV den webbasierenden Guide to Digital Transformation (G2D) entwickelt. Die Plattform bietet insbesondere kleinen und mittleren Bauunternehmen einen geeigneten Startpunkt und einen strukturierten Ansatz für die Herausforderung.
«Eine sauber umgesetzte Digitalisierungsstrategie ermöglicht einem Bauunternehmen, von den methodischen, organisatorischen und technologischen Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren», sagt Moritz Lüscher, Leiter Digitalisierung SBV. Dies beginne bei der Ausschreibung, bei der immer mehr BIM-Kompetenz verlangt werde. «Im Projekt werden durch prozessuale und technologische Verbesserungen Kosteneinsparung, kürzere Bauzeiten und Qualitätssteigerung ermöglicht.» Ein weiterer Vorteil: Firmen, die sich mit aktuellen Trends und Entwicklungen beschäftigen, werden von jungen Arbeitskräften als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen.
Wo sollen kleine bis mittlere Firmen bei der Digitalisierung zuerst ansetzen? Eine erste Analyse des Status Quo im Unternehmen ist unumgänglich. Dies wird im G2D mit der Reifegradanalyse ermittelt, welche dem Unternehmen die eigenen Stark- und Schwachstellen sowie mögliche Handlungsfelder anzeigt. «Die anschliessende Entwicklung der Strategie und deren Umsetzung stellen die grossen Bausteine dar», sagt Lüscher. Dazu bietet der G2D eine Vernetzung mit den Partnerfirmen des SBV. Zudem sei der Aufbau einer neuen Unternehmenskultur mittels offener und transparenter Kommunikation und unter aktivem Einbezug der Mitarbeitenden nicht zu vernachlässigen.