12. Jun 2024

Brandrisiken auf Baustellen reduzieren

Brände auf Baustellen sind keine Seltenheit. Wegen Nachlässigkeit brennt es in der Schweiz mindestens täglich auf einer Baustelle. Es entstehen nicht nur beträchtliche Sachschäden, sondern der Bau wird verzögert, und die Kosten steigen. Nicht selten werden auch Personen gefährdet. Ein Baustellenbrand kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Brandrisiken auf Baustellen reduzieren

Ein Ort der Zerstörung nach einem Brand (Bild: Kantonspolizei Aargau)

Die Gründe für Brände auf Baustellen sind vielfältig. Dazu zählen eine unsorgfältige Arbeitsausführung wegen Zeit- und Kostendruck, ungenügend instruierte Mitarbeitende oder fehlende Ordnung. Die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) sensibilisiert am Bau beteiligte Personen für das Thema Brandverhütung. Die VKF ist in der Branche bekannt als die vom IOTH beauftragte Herausgeberin der schweizweit verbindlichen Brandschutzvorschriften.

Gefahrenquelle «Zeit- und Kostendruck»

Zeit- und Kostendruck verleiten zu einer unsorgfältigen Arbeitsausführung. Dies erhöht die Brandgefahr. Die Arbeit auf der Baustelle ist so zu organisieren, dass eine sorgfältige Arbeitsausführung ohne erhöhte Brandgefahr gewährleistet ist.

Gefahrenquelle «Ungenügend instruierte oder ausgebildete Mitarbeitende»

Mitarbeitende dürfen nur gemäss ihren Fachkenntnissen eingesetzt werden oder sie sind verstärkt zu überwachen. Je grösser die Differenz zwischen benötigten und vorhandenen Fachkenntnissen ist, desto enger hat die Überwachung zu erfolgen.

Gefahrenquelle «Mangelhafte Ordnung auf der Baustelle»

Auf Baustellen kommt schnell viel Material zusammen, das an geeigneten Standorten zu lagern ist. Für Materialdepots und Materialumschlagplätze soll ausreichend Platz zur Verfügung stehen, der sich ausserhalb des Bereichs von Arbeiten mit erhöhter Brandgefahr wie beispielsweise Schweissarbeiten befindet. Auch für die Aufbewahrung und Entsorgung von Abfall ist es zentral, dass die Sicherheitsvorgaben eingehalten werden und bei Verstössen Massnahmen zur Behebung eingeleitet werden.

«Brandverhütungskonzept» ein effizientes Hilfsmittel

Ein dem Bauvorhaben und den unterschiedlichen Bauphasen angepasstes Konzept «Brandsicherheit auf Baustellen» ist zu erstellen. Dabei gilt es, sowohl die rechtlichen Grundlagen, die Regeln der Technik, die baustellenspezifischen Anforderungen als auch die Vorgaben der Bauherrschaft zu berücksichtigen. Während der Bauzeit ist eine fortlaufende Analyse des baustellenspezifischen Brandrisikos in Funktion des Baufortschritts zwingend. Allfällig notwendige und verhältnismässige Schutzmassnahmen sind ergänzend einzuleiten.

Polizeiliche Untersuchungen abwenden

Nach einem Brand finden polizeiliche Untersuchungen zur Klärung der Brandursache statt. Steht als Ursache Fahrlässigkeit einer am Bau beteiligten Person fest, kann es zu einer Verurteilung wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst bzw. Brandstiftung kommen. Betroffen davon können die ausführenden Handwerker:innen, aber auch die mit der Leitung und Beaufsichtigung betrauten Personen sein.

Die Einhaltung der einfachen Regeln schützt

Die VKF entwickelte das Brandschutzmerkblatt «Brandverhütung auf Baustellen» inklusive Checklisten. Damit haben Vorgesetzte sowie Ausführende ein einfaches Arbeitsinstrument in der Hand und die wichtigsten Schutzmassnahmen immer vor Augen. Im Falle eines Brandes helfen die ausgefüllten Checklisten aufzuzeigen, dass die nach den Umständen gebotenen Brandverhütungsmassnahmen getroffen wurden. In straf- und zivilrechtlichen Verfahren kann dies einen Unterschied machen. Die dokumentierten Massnahmen können sich entlastend auf den Ausgang eines Verfahrens auswirken.