29. Sep 2023

2. Tag der Bauleitung erfolgreich durchgeführt

Am 2. Tag der Bauleitung, welcher in Brunnen stattfand, diskutierten über 200 Bauleiterinnen und Bauleiter über die steigenden Anforderungen in der Bauwirtschaft bezüglich Nachhaltigkeit und verdichteten Bauens bei gesellschaftlichen Herausforderungen wie Wohnungsnot und Fachkräftemangels. Während diese Themen die Rolle der Bauleitenden stärken, bedingen sie gleichzeitig auch fachliche Weiterbildungen.

2. Tag der Bauleitung

Podium: (v.l.n.r.) Stephan Lendi, Cristina Schaffner, Walter A. Speidel, Markus Tremp, Yannik Blättler


Positiver Druck auf die Baubranche durch Wohnungsnot und steigende Anforderungen an die Nachhaltigkeit

Während sich das Parlament mit den Themen Wohnungsnot und verdichteten Bauens noch schwer tut, stehen die Baubranche und insbesondere die Bauleitenden mitten im Wandel hin zur Nachhaltigkeit und Zirkularwirtschaft: «Wir sind aufgefordert, einen wichtigen Beitrag mit emissionsarmem, zirkulärem und ressourcenschonendem Bauen zu leisten und unsere Wertschöpfungskette auf Netto Null zu bringen», so Cristina Schaffner, Direktorin Bauenschweiz. Diesbezüglich nehmen Bauleiterinnen und Bauleiter eine zentrale Rolle ein, denn alle Interessengruppen und Beteiligten müssen koordiniert und Interessen abgewogen werden: «Nachhaltiges Bauen kann in unterschiedlichen Varianten und mit stark differenziertem Umfang erfolgen. In jedem Fall bedarf es jedoch der Motivation aller Akteure, damit ein Projekt erfolgreich im Sinne der Nachhaltigkeit umgesetzt werden kann», so FHNW-Professor Roger Blaser Zürcher.

Fachkräftemangel steigert den Bedarf an qualifizierten Bauleitungen

Der Fachkräftemangel ist gerade auf Baustellen ein grosses Problem, denn weder die Qualität noch die Sicherheit dürfen leiden. Laut Thomas Blattmann, Organisation Bauleitung Schweiz, steigt mit dem Fachkräftemangel der Bedarf an professionellen Bauleitungen: «Die Bauträger verbessern mit einer professionellen Bauleitung die Kommunikation, Zusammenarbeit und die Koordination, was die Qualität steigert, den Zeitaufwand reduziert, Ressourcen schont und Geld spart.»

Das Podium mit GenZ-Experte Yannik Blättler, Mediator Walter A. Speidel, Direktorin Bauenschweiz Cristina Schaffner und WSP Suisse AG Geschäftsführer Markus Tremp sieht die Potentiale beim Fokus auf die individuellen Bedürfnisse aller Generationen, so Moderator Stephan Lendi: «Auch in der Bauwirtschaft gilt es, den verschiedensten Interessen von Individuen in ihren jeweiligen Lebensphasen gerecht zu werden. Hier ist es wichtig, nicht zu pauschalisieren, auch nicht bezüglich einzelnen Generationen, sondern die individuellen Bedürfnisse an die Lebensgestaltung, inklusive Unterbrüche, Teilzeitarbeit und Care Work.»

Kontinuierliche Aus- und Weiterbildungen für Bauleitende

Vor diesem Hintergrund sind kontinuierliche Aus- und Weiterbildungen für Bauleitende zentral. Am Tag der Bauleitung standen verschiedenste Themen auf dem Programm, von der optimalen Umsetzung von Normen wie SIA 271 «Abdichtungen von Hochbauten», über die Brandprävention auf Baustellen zur Verhinderung von Personenunfällen, Terminverzögerungen und Sachschäden bis hin zur Zirkularwirtschaft, aber auch der beruflichen Vorsorge um den Beruf attraktiv zu halten und Nachwuchs zu fördern.

Organisation Bauleitung Schweiz OBS

Die 1991 gegründete OBS vertritt als Berufsverband die Interessen aller eidg. dipl. Bauleiterinnen und Bauleiter und in der Bauleitung engagierten Fachleute, stärkt ihre Position im schweizerischen Bauwesen und fördert das Berufsbild in der Öffentlichkeit.
Die OBS ist schweizweit mit Sektionen vertreten, die vor Ort verschiedene Informations- und Netzwerkanlässe anbieten. Die OBS ist Fachverein des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA und Stiftungsmitglied des Schweizerischen Registers der Fachleute in den Bereichen des Ingenieurswesens, der Architektur und der Umwelt REG.

OBS

Autor: Stephan Lendi