Ein seltener Beruf im Fokus
So mancher Boden ist ein echtes Kunstwerk, geschaffen von Menschen mit einem Beruf, den nur wenige kennen: dem / der Industrie- und Unterlagsbodenbauer/in. Daniel Widmer und sein Team zeigen, wie vielseitig die Arbeit in der Baubranche sein kann.

Schon mal überlegt, wie der Boden gemacht wurde, auf dem du dich gerade befindest? Mancher Boden ist nicht nur funktional, sondern ein kleines Kunstwerk. In einem Showroom eines Kunden der Widmer Bodenkunst GmbH entsteht zurzeit ein Boden, der genau die Handwerkskunst des Industrie- und Unterlagsbodenbauers zeigt und greifbar macht.
Bei grosser Kunst wird nicht immer mit Pinsel und Leinwand gearbeitet. Bei der «Bodenkunst» gibt es stattdessen Kübel voller Zementmischung und Bindemittel. Diese Materialien bilden am Ende die Basis für Räume – Böden und Wände, die nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch überzeugen.


Einer von zehn
An diesem Tag arbeitet Mark Wenk, im zweiten Jahr seiner Ausbildung zum Industrie- und Unterlagsbodenbauer EFZ gemeinsam mit seinem Team bei der Widmer Bodenkunst GmbH an den ersten Schichten eines neuen Bodenbelags im Showroom. Das Unternehmen legt seinen Fokus auf fugenlose Bodenbeläge, Wandbeschichtungen, Steinteppiche und Veredelungen in Echtmetall. «Eigentlich mache ich alles schon mit: Vorbereiten, Saugen, Aufräumen, Spachteln, Versiegeln», zählt Mark wichtige Arbeitsschritte auf, die seinen Beruf auszeichnen. Mark ist einer von nur zehn Lernenden in der Schweiz, die sich für den seltenen Beruf des Industrie- und Unterlagsbodenbauers entschieden haben.
Mark liebt die Abwechslung und die handwerkliche Präzision, die sein Beruf erfordert. «Spachteln ist meine Lieblingstätigkeit» sagt er. Das sei auch die Arbeit, die man am Schluss sehe. Das Handwerk des Industrie- und Unterlagenbodenbauers sorgt für sichtbare Begeisterung bei Kundinnen und Kunden. Das motiviert auch Daniel Widmer. Er ist Gründer und Inhaber der Widmer Bodenkunst GmbH. «Wenn ich die Freunde in den Augen sehe, dann weiss ich, dass wir alles richtig gemacht haben.»


Projekte, die in Erinnerung bleiben
Kunstvolle Böden und Wände kommen oft mit besonderen Projekten, die dem Widmer-Team in bester Erinnerung bleiben. Keines davon ist wie das andere. «Wir durften letzten Winter eine grosse Villa mit exklusiven Böden ausstatten. «Das war kunstvoll und macht mich stolz», sagt Daniel Widmer. Ein weiteres Highlight war die Arbeit am ersten 3D-gedruckten Haus der Schweiz, wo die Widmer Bodenkunst GmbH die Innenböden gestaltete.
«Solche Projekte zeigen, wie vielfältig und spannend unser Beruf sein kann»
Daniel Widmer, Inhaber Widmer Bodenkunst GmbH
Wenn sein Team im Einsatz ist, steht die Baustelle sonst still. Präzision und Mathematik sind bei ihrer Tätigkeit besonders wichtig. Alle Materialien sind in einem bestimmten Verhältnis. «Wenn das Mischungsverhältnis nicht richtig ist, dann wird es nicht hart oder die Farben stimmen nicht», erklärt Daniel Widmer.


Besonderheiten eines Berufs
Gute Planung ist entscheidend. Doch: Die Arbeit auf einer Baustelle kann unvorhersehbar sein. «Wenn wir an einem Bodenbelag arbeiten, können wir um fünf Uhr nicht einfach alles liegen lassen», betont Widmer. Der Boden muss trocknen können, bevor wieder weitergearbeitet werden kann. Und das passiert in der Regel über Nacht oder an Wochenenden.
Eine von vielen Besonderheiten, die die Arbeit des und der Industrie- und Unterlagsbodenbauer/in auszeichnen. Ein Beruf, der zeigt, wie vielseitig die Baubranche sein kann. Mark Wenk kann seine Berufswahl nur weiterempfehlen: «Bei uns ist kein Tag wie der andere – ich habe viel Spass an meiner Arbeit, weil sie so abwechslungsreich ist.»

Portrait zur Verfügung gestellt von: Schweizerischer Baumeisterverband SBV
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