Bauwirtschaft aktuell, Nr. 32

Lebhafter Baumarkt

Die Phase des Anlagenotstands – insbesondere bei institutionellen Anlegern – hält an, denn noch immer ist die Nachfrage nach Anlageliegenschaften im Vergleich zur Anzahl an erhältlichen Objekten deutlich grösser. Entsprechend gross ist auch das Interesse an Immobilienentwicklungen, was vielerorts zu vollen Auftragsbüchern bei den Hochbauunternehmen führt. Vor allem Mietwohnungen werden in ausserordentlich hoher Zahl gebaut, und dies dürfte sich im 2017 grundsätzlich fortsetzen, auch wenn sich mittelfristig Stabilisierungstendenzen abzeichnen. 

Mietwohnungen als Stütze des Baumarkts
Die grosse Stütze des Baumarkts ist und bleibt der Neubau von Mietwohnungen. Im Jahr 2016 wurden Baubewilligungen für rund 30 000 Mietwohnungseinheiten erteilt, und vor allem in den Agglomerationen lassen sich in den letzten beiden Jahren deutliche Zunahmen bei den Baubewilligungen für Mietwohnungen verzeichnen. Geprägt von den steigenden Leerwohnungszahlen ist jüngst eine gewisse Entschleunigung festzustellen, womit sich der Neubau von Mietwohnungen auf hohem Niveau stabilisieren dürfte (Prognose der nominalen Investitionen für 2017: +1.2 Prozent). Auch im Segment der Einfamilienhäuser wird sich das Neubauvolumen im laufenden Jahr aller Voraussicht nach stabil entwickeln. Erwartet wird ein Anstieg der Neubauinvestitionen von 0.3 Prozent.


Geschäftsflächenbau noch rückläufig
Beim Neubau von Geschäftsflächen agierten viele Marktakteure in den letzten Jahren zurückhaltend. Wüest Partner rechnet damit, dass heuer im Vergleich zu 2016 ein Prozent weniger in diesen Bereich investiert wird. Mit der jüngsten Konjunkturaufhellung hat die Planung von neuen Geschäftsbauten nun aber neue Impulse erhalten, und so sind im Jahr 2016 grössere Volumen an Baugesuchen eingegangen als im Vorjahr. Mittelfristig dürfte deshalb die Neubautätigkeit wieder leicht zulegen. Darunter befinden sich auch einige grössere Objekte für den Eigengebrauch von Grossunternehmen. Das prominenteste Beispiel ist das Baugesuch vom Oktober 2016 für den zweiten Roche Tower über 550 Millionen Franken. Mit den jüngst verbesserten Arbeitsmarktaussichten gerät der Bau von Büroflächen zu Renditezwecken wieder in ein attraktiveres Licht –  im Gegensatz dazu stehen die Verkaufsflächen unter Druck: Angesichts der herausfordernden Ertragslage ist eine gewisse Zurückhaltung erkennbar, neue Projekte rasch voranzutreiben.


Jörg Schläpfer und Robert Weinert, Wüest Partner

JA zur Energiestrategie 2050

Der Vorstand von bauenschweiz hat die Ja-Parole zur Energiestrategie 2050 beschlossen.

Die Energiestrategie 2050 will bei der Bevölkerung ein Umdenken initiieren und eine Diskussion über die künftige Energieerzeugung und deren Nutzung anstossen. Sie hat nicht nur den Ausstieg aus der Atomenergie und die Stärkung erneuerbarer Energien zum Ziel, sondern enthält auch ein ganzes Massnahmepaket für die notwendige Modernisierung unseres Energiesystems. Hierzu gehört auch die Befristung der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV). Alles in allem stellt die Energiestrategie 2050 eine Chance für die inländische Wirtschaft dar, die es zu packen gilt.

Aus all diesen Gründen empfiehlt bauenschweiz, am 21. Mai 2017 ein JA einzulegen.

Redaktion Bauwirtschaft aktuell

Konjunktur: Tief vom Vorjahr überwunden

Die Bauwirtschaft hat sich über viele Jahre hinweg als äusserst krisenresistent erwiesen. Seit langem stellt die Baubranche quasi das Zugpferd der Schweizer Konjunktur dar.

Die jahrelange positive Grosswetterlage im Bau hatte aber 2015 in etlichen Sparten eine Delle zu verzeichnen. Diese Korrektur scheint jedoch vielerorts annähernd überwunden. So trägt offenbar der nach wie vor aktive Wohnungsbau positiv zu den Ergebnissen bei. Im Bauhauptgewerbe sah man im Jahr 2016 wieder deutlich höhere Umsätze, die nur leicht unter dem Rekordjahr 2014 lagen. Ebenso scheint die Stimmung für viele Sparten des Ausbaugewerbes weitgehend intakt. Die Arbeitsvorräte in der Bauwirtschaft sind vielerorts höher als im Vorjahr. So ist man auch bei den Planern weitgehend optimistisch. Die nach wie vor grosse Nachfrage im Immobilienmarkt spüren laut der SIA-Erhebung zum 1. Quartal 2017 auch die Architekten und Ingenieure. 

Für 2017 sind die Aussichten laut Analysten mehrheitlich gut. Auf der anderen Seite werden die Stimmen, welche von den Risiken im Immobilienmarkt warnen, lauter. Aufgrund rückläufiger Zuwanderung wird für das laufende Jahr von verschiedenen Beobachtern mit leicht abschwächender Baukonjunktur gerechnet. So deutet nicht zuletzt der seit 2009 leicht aber stetig ansteigende Leerwohnungsbestand auf ein Überangebot in gewissen Segmenten hin. Und weil die Analysten auch für 2017 mit einer weiteren, wenn auch leichten Zunahme der Neubauinvestitionen gerade im Mehrfamilienhaus-Segment rechnen, dürften die Unsicherheiten hier zunehmen. 

Alles in allem ist die Stimmung in der Bauwirtschaft derzeit gut. Ob sie dies auch mittel- und langfristig bleibt, ist abzuwarten. Ausschlaggebend sind verschiedene übergeordnete Faktoren, wie die gesamtwirtschaftliche Konjunktur, Geld- und Zinspolitik oder die Zuwanderung.  

vgl. auch Baukonjunktur-Barometer

Sandra Burlet, stv. Direktorin bauenschweiz

Erfreuliches Abstimmungsergebnis beim NAF

bauenschweiz ist erfreut über das klare Ja zum Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds NAF. Die Stimmbevölkerung hat sich damit für die Stärkung des Schweizer Verkehrsnetzes und deren langfristige, ausgewogene Finanzierung ausgesprochen. Dies ist für die Wirtschaft, wie auch für die Bevölkerung der Schweizeine gute Nachricht.

Redaktion Bauwirtschaft aktuell