Bauwirtschaft aktuell, Nr. 22

Grosse Party für die Ingenieure am Bau

Am 18. Juni 2015 wurden zum ersten Mal Ingenieure im Bauwesen für ihre Leistungen ausgezeichnet. Mit einer glamourösen Party im KKL in Luzern wurde die Vergabe des ersten Building-Awards der Geschichte gefeiert. Über 650 Gäste aus Bauwirtschaft und Politik fanden den Weg nach Luzern und verfolgten gespannt die Preisverleihung, welche in sechs Kategorien erfolgte.

Veranstalterin des Building-Awards war bilding, die Schweizerische Stiftung zur Förderung des Ingenieurnachwuchses im Bauwesen. Mit dem Building-Award machte die Stiftung erstmals öffentlichkeitswirksam auf die grossen Leistungen der Ingenieure im Bauwesen aufmerksam. Nicht zuletzt der für junge Berufsleute (Young Professionals) sowie für Schulen verliehene Preis will Jugendlichen und jungen Erwachsenen den spannenden und tollen Ingenieurberuf näher bringen. Denn, dass die Nachwuchsförderung von Ingenieurinnen und Ingenieuren für die Baubranche von vitaler Bedeutung ist, hat die Stiftung bilding mit ihren Trägerverbänden (Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen usic, Fachverband Infra, Schweizerischer Baumeisterverband SBV und Gruppe der Schweizerischen Gebäudetechnik-Industrie GSGI) längst erkannt. Und für bilding-Präsident und Award-Initiant Urs von Arx ist klar, dass die vielfältigen Ingenieurberufe am Bau über Erfolgsgeschichten und durch Vorbilder vermehrt ins Rampenlicht gebracht werden sollen, womit auch die Brücken zum Nachwuchs geschlagen werden können.

Award-Verleihung: Das grosse Finale
Ausgeschrieben wurde der Building-Award in sieben Kategorien, darunter auch je eine für Young Professionals und für Schulen. Dass bereits bei der ersten Ausschreibung 41 Eingaben beurteilt werden konnten, werteten die Veranstalter als grossen Erfolg. Die namhafte Anzahl, aber auch die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten verlangte von der 13-köpfigen Jury Einiges ab.

Durch den Abend führte die Moderatorin und Ex-Miss Schweiz Christa Rigozzi. Neben der Präsentation der Projekte sorgte der Komiker und Parodist Michael Elsener für gute Unterhaltung, lustige Momente und eine aufgeräumte Stimmung.

Insgesamt wurden sechs Kategoriensieger sowie ein Gesamtsieger gekürt. Dem Hauptsieger winkte ein Preisgeld von 10‘000 Franken. Die in den Kategorien Hochbau, Grund-, Tief- und Infrastrukturbau, Energie, Engineering / Gebäudetechnik, Young Professionals und Schulen verliehenen Preise wurden mit Spannung erwartet. Freudestrahlend nahmen die Vertreterinnen und Vertreter der Siegerprojekte ihre Auszeichnungen entgegen (Auflistung der Siegerprojekte vgl. www.building-award.ch/cont/nominationen.html ). Den Hauptpreis erhielt die Ingenieurgemeinschaft ZALO (Pöyry Schweiz AG und Basler & Hofmann) für ihr Projekt „Durchmesserlinie Zürich-Bahnhof Löwenstrasse“, das schon heute als Jahrhundertbauwerk betitelt wird.

Aber nicht nur die prämierten Preisgewinner sondern sicherlich auch die übrigen Wettbewerbs-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer, ebenso wie die Hunderten von geladenen Gästen erlebten einen spannenden und vergnüglichen Abend im KKL in Luzern. Das Ziel der Stiftung bilding, Ingenieurleistungen für ein breites Publikum sichtbar zu machen, darf als vollends gelungen bezeichnet werden.

Sandra Burlet, stv. Direktorin bauenschweiz

Elektronische Rechnungen beim Bund

Ende 2014 hat der Bundesrat entschieden, die Lieferanten der Bundesverwaltung zur Einreichung von elektronischen Rechnungen zu verpflichten, sofern der Vertragswert 5'000.-- Franken übersteigt. Diese Verpflichtung wird auf den 1. Januar 2016 eingeführt.

Dies ist offenbar eine Massnahme aus der nationalen E-Government-Strategie, welche das E-Government vorantreiben will. Mit E-Government soll „Transparenz geschaffen und das Vertrauen in die Regierungs- und Verwaltungstätigkeit gefördert werden“, wie die Bundeskanzlei auf ihrer Website schreibt.

Die Pflicht zur Umstellung auf elektronische Rechnungsstellung stellt für viele KMU eine grosse Herausforderung dar. Das Umstellen auf ein neues – mit dem Bund kompatibles Abrechnungssystem – wird bei den betroffenen Unternehmen Mehraufwände auslösen. Dies ist umso ausgeprägter der Fall, als die verbleibende Zeit bis 1. Januar 2016 sehr kurz ist. Die Information seitens des Bundes an seine Lieferanten resp. an die entsprechenden Berufsverbände war äusserst spärlich. Viele der betroffenen Verbände (bspw. aus dem Kreise der Bauwirtschaft) wurden erst in den letzten Wochen – eher zufällig – auf diese Situation aufmerksam gemacht.

Nationalrat Hans Killer, Präsident bauenschweiz, hat deshalb am 18. Juni 2015 eine Interpellation eingereicht. Er möchte den Bundesrat auf die Problematik aufmerksam machen und vom Bundesrat wissen, ob er eine Möglichkeit sieht, auf seinen Entscheid von Ende 2014 zurückzukommen.

Redaktion Bauwirtschaft aktuell

Nein zu RPG2: Kantone, Gemeinden und Wirtschaft fordern einen Marschhalt

Am 4. Mai 2015 haben die Organisationen der Bauwirtschaft, der Kantone, der Hauseigentümer, des Gewerbes und der Gemeinden zur Medienkonferenz geladen, um gemeinsam öffentlich gegen die 2. Revisionsetappe des Raumplanungsgesetzes (RPG2) anzutreten. Alle Referenten haben sich dezidiert gegen die in die Vernehmlassung geschickte Vorlage ausgesprochen.

Man war sich einig: Es besteht derzeit kein Handlungsbedarf für eine weitere, umfassende Anpassung des Raumplanungsgesetzes. Das war die einstimmige Botschaft von Kantonen und Gemeinden, dem Gewerbeverband, dem Hauseigentümerverband sowie bauenschweiz an der gemeinsamen Pressekonferenz. Denn die Priorität liegt jetzt bei der anspruchsvollen und aufwändigen Umsetzung der ersten Revisionsetappe auf allen Staatsebenen. Die Erstellung der kantonalen Raumkonzepte, die Anpassung der Richtpläne und Raumplanungs- bzw. Baugesetze sowie der Vollzug in den Gemeinden stehen dabei im Vordergrund. Deshalb forderten die fünf Organisationen einen Marschhalt. Auch die Wirtschaft und die Bevölkerung benötigen Zeit, um das Ziel der ersten Revisionsetappe, nämlich eine qualitativ gute Verdichtung nach innen zu erreichen, voranzutreiben. Hier ist auch etwas Geduld von Nöten, denn die Resultate aus der ersten Revisionsetappe werden erst in einigen Jahren sichtbar sein. Umso wichtiger, dass die Auswirkungen der ersten Revisionsetappe seriös zu evaluiert werden, bevor das Gesetz schon wieder geändert wird.

An ihrem gemeinsamen Auftritt äusserten die fünf Organisationen auch grosse Vorbehalte bezüglich der zufällig erscheinenden Themenwahl der zweiten Revisionsetappe. Es fehlen Überlegungen zu den Auswirkungen der Vorlage; Alternativen zu einer Gesetzesrevision wurden nicht geprüft. Viele der vorgeschlagenen Bestimmungen sind deklaratorisch; die Kantone weisen in ihren Richtplanungen mit unterschiedlicher Priorität auch funktionale Räume, Planungen im Untergrund oder Umwelthemen aus, ohne dass der Bund dazu Regelungen erlassen müsste. Daneben finden sich im Entwurf sachfremden Bestimmungen, z.B. zur Sozial- und Integrationspolitik. Im Vordergrund muss jetzt das verdichtete Bauen stehen, d.h. die Lenkung der Siedlungsentwicklung nach innen, unter Berücksichtigung einer angemessenen Wohnqualität. Der bundesrechtliche Rahmen dazu ist vorhanden.

Die fünf Organisationen sind dezidiert der Meinung, dass wichtige Themen wie der Schutz des Kulturlandes, insbesondere der Fruchtfolgeflächen, aber auch das weitere Vorgehen bezüglich „Bauen ausserhalb der Bauzone“ ausserhalb einer Gesetzesrevision vertieft werden können und sollen. Dabei sind die Wechselwirkungen zur ersten Revisionsetappe und die Vollzugstauglichkeit besonders zu berücksichtigen. Zudem sind die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten und das „Nutzen“ in der Weiterentwicklung der Raumplanung genauso stark zu gewichten wie das „Schützen und Bewahren“. Die Interessensabwägung muss daher wieder stärker in den Fokus der Raumplanung rücken und soll – gemeinsam mit dem Subsidiaritätsprinzip – in den kommenden Monaten grundsätzlich diskutiert werden.

Dr. Benjamin Wittwer, Direktor bauenschweiz

Plenarversammlung bauenschweiz in Lostorf

Zahlreiche Delegierte sowie Gäste wohnten am 12. Mai 2015 der Frühjahrs-Plenarversammlung von bauenschweiz bei. Der Schweizerisch-Liechtensteinische Gebäudetechnikverband suissetec gewährte der diesjährigen Delegiertenversammlung Gastrecht in seinem modernen Bildungszentrum in Lostorf.

Daniel Huser, der Zentralpräsident von suissetec hiess die Delegiertenversammlung in Lostorf willkommen. Präsident und Nationalrat Hans Killer bedankte sich bei suissetec für die grosszügige Gastfreundschaft. Er blickte auf ein aktives Verbandsjahr zurück. Auf der politischen Agenda befanden sich diverse wichtige Dossiers, bei denen sich bauenschweiz engagiert und erfolgreich eingegeben hat. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage scheint sich auch bei der Bauwirtschaft langsam aber sicher eine Konsolidierung abzuzeichnen. „Nach jahrelanger Hochkonjunktur im Bau, deuten verschiedene Signale darauf hin, dass der Zenit vorerst einmal durchschritten ist“, so der Präsident.

Nach den statutarischen Geschäften, welche allesamt einstimmig verabschiedet wurden, beschäftigte sich die Versammlung mit zwei bauwirtschaftlichen Kernthemen. Dr. Mario Marti, Jurist und Geschäftsführer der Stammgruppe Planung gab einen Überblick über die jüngst in die Vernehmlassung geschickten Vorlagen zur Harmonisierung des öffentlichen Beschaffungsrechts. Dr. Benjamin Wittwer, Direktor bauenschweiz informierte über die sich noch für wenige Tage in Vernehmlassung befindende zweite Revisionsetappe des Raumplanungsgesetzes. Er erläuterte, weshalb sich die Bauwirtschaft – unisono mit anderen Wirtschaftsverbänden, der BPUK und weiteren Kreisen – dezidiert gegen diese 2. Revisionsetappe ausspricht.

Im letzten Teil der Veranstaltung stellten die Herren Serge Frech, Leiter Bildung suissetec und Daniel Hufschmid, Leiter des Bildungszentrums Lostorf die Bildungsgänge von suissetec vor. Auf eindrückliche Weise wurde den Zuhörerinnen und Zuhörern die beeindruckende Ausbildungsstätte der Gebäudetechniker näher gebracht, welche dann bei einem Rundgang noch genauer besichtigt werden durfte.

Am Stehlunch herrschte aufgeräumte Stimmung, die Möglichkeit zum Austausch im Kreise der Bauwirtschaft wurde rege genutzt. Einmal mehr darf die Frühjahrs-Plenarversammlung als gelungener Anlass bezeichnet werden.

Redaktion Bauwirtschaft aktuell