Artikel aus dem Jugendmagazin Spick
Bauen mit Köpfchen
Nachhaltig bauen heisst, Gebäude, Strassen und ganze Städte so zu planen, zu bauen und zu nutzen, dass die Umwelt möglichst wenig belastet wird, Menschen sich darin wohlfühlen und auch kommende Generationen gute Lebensbedingungen haben.

Die Schweiz hat sich ein Klimaziel gesetzt. Deshalb wird viel zur Weiterentwicklung der Baumaterialien geforscht, damit sie wiederverwendet werden können und klimafreundlicher werden. Ein Gebäude soll kein Abfall werden, sondern Rohstoff für Neues. Alles soll später wieder auseinandergebaut und wieder verwendet werden können.
Umbauen statt abreissen: Sehr nachhaltig ist es, bestehende Gebäude umzubauen. Alte Fabriken werden zu Wohnungen, Lagerhallen zu Schulhäusern, Büros zu Wohnraum. So bleibt die graue Energie erhalten, und es braucht weniger neue Baustoffe.
Nachhaltig bedeutet auch: Nicht mehr verbrauchen, als wieder nachwachsen oder erneuert werden kann.
Hybride Bauweise: Ingenieure und Architekten optimieren und kombinieren Werkstoffe wie Beton, Stahl, Holz, Aluminium und Glas so, dass sie später einfacher wiederverwendet werden können.
Soziale Nachhaltigkeit
Sie sorgt dafür, dass Gebäude gesund, sicher und angenehm für Menschen sind.
Ökologische Nachhaltigkeit
Sie schützt Klima, Boden, Wasser, Luft und natürliche Rohstoffe.
Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
Sie bedeutet, dass Gebäude lange halten, reparierbar bleiben und wenig Energie verbrauchen.

Energie sparen – clever von Anfang an: Gute Dämmung, hochwertige Fenster und viel Tageslicht sorgen dafür, dass im Winter die Wärme drinnen bleibt und im Sommer draussen. Das spart Heizenergie und Strom. Zusätzlich setzen viele Gebäude auf erneuerbare Energie:
- Solaranlagen auf dem Dach
- Wärmepumpen, die Energie aus Luft, Wasser oder Erde nutzen.
Pflanzen auf Gebäuden kühlen im Sommer, speichern Regenwasser, filtern Staub aus der Luft und bieten Insekten Lebensraum.
Warum Bauen die Umwelt belasten kann
Zum Bauen braucht es viele Rohstoffe wie Kies, Sand, Zement, Stein, Holz oder Metalle. Diese werden aus der Natur gewonnen. Doch viele dieser Ressourcen sind knapp und ihr Abbau verändert die Landschaft. Gleichzeitig entstehen beim Umbau oder Rückbau grosse Mengen von Bauabfällen. Deponien werden immer voller und nicht alles kann wiederverwendet werden. Darum steht die Bauwirtschaft vor einer wichtigen Aufgabe: Materialien sollen möglichst im Kreislauf bleiben. Gebäude werden deshalb zunehmend selektiv zurückgebaut. Das heisst, Materialien werden sorgfältig getrennt. Rückgewonnene Baustoffe wie Beton, Holz, Metalle und Dämmstoffe werden aufbereitet und wenn möglich wiederverwendet. Auch durch Schadstoffe belastete Standorte werden saniert, also wieder nutzbar gemacht. Die Umsetzung eines funktionierenden Baustoffkreislaufs ist anspruchsvoll, aber sehr wichtig für die Zukunft.