Artikel aus dem Jugendmagazin Spick
Gut vernetzt und langfristig geplant
Wie einzelne Baustellen funktionieren, haben sich Malin, Thomas, Simon, Mika, Eliza und Efraim angeschaut. Aber wie plant man für ein ganzes Land? Um das herauszufinden, haben sie sich mit Bundesrat Albert Rösti getroffen. Er ist Chef des UVEK, des eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Eliza: Als Chef des UVEK schauen Sie auf die Infrastruktur der Schweiz. Was bedeutet Infrastruktur und was gehört alles dazu?
A. Rösti: Das Wort klingt kompliziert, meint aber etwas sehr Einfaches: Infrastruktur ist alles, was ein Land braucht, damit der Alltag funktioniert. Dazu gehören zum Beispiel:
- Strassen und Autobahnen
- Eisenbahnlinien, Bahnhöfe, Tunnel und Brücken
- Stromleitungen, Kraftwerke und Steckdosen
- Wasserleitungen, Abwasserkanäle und Kläranlagen
- Telefonnetze, Internet, Mobilfunk
- Post, Paketzentren und Logistik
Kurz gesagt: Infrastruktur ist das unsichtbare Netz, das uns alle verbindet. Man sieht sie oft nicht – aber wenn sie fehlt, merkt man es sofort.
Simon: Ich durfte die Baustelle Gubristtunnel anschauen. Warum gibt es in der Schweiz so viele Tunnel?
A. Rösti: Die Schweiz ist bergig und dicht besiedelt. Autos, Lastwagen und Busse müssen Täler, Berge und Pässe überwinden. Und das geht nur mit cleverer Planung. Nimm als Beispiel den Gotthard-Basistunnel. Er ist über 57 Kilometer lang und bringt Züge schnell und sicher durch die Alpen. Ohne ihn würden Güter viel länger unterwegs sein – oder gar nicht ankommen.
Efraim: Und wie wichtig ist der ÖV?
A. Rösti: Züge, Trams, Busse und Seilbahnen gehören zur Schweizer DNA. Jeden Tag fahren Millionen Menschen damit zur Schule, zur Arbeit oder in die Freizeit. Durch den Öffentlichen Verkehr können viele Menschen mit weniger Energie von ihrem Zuhause zur Arbeit oder Schule kommen, als wenn jeder mit einem Auto fahren würde. Der ÖV schont Platz, Klima und Nerven.
Thomas: Wie lang im Voraus wird denn geplant? Fünf, sechs Jahre?
A. Rösti: Eine Brücke baut man nicht für ein Jahr, sondern für Jahrzehnte. Ein Tunnel soll auch noch funktionieren, wenn du erwachsen bist. Darum denken wir in der Politik, aber natürlich auch die Ingenieure und Planer in der Bauwirtschaft, nicht in Wochen und Monaten, sondern in Generationen.
Malin: Und nach welchen Überlegungen wird dann geplant?
A. Rösti: Wir stellen uns bei der Planung ein paar Kernfragen: Wie viele Menschen werden in der Schweiz in Zukunft leben? Wie bewegen sie sich fort? Wie viel Energie brauchen sie? Wie schützen wir Natur und Klima dabei? Eine gute Infrastruktur wächst mit dem Land mit. Eine schlechte Infrastruktur bremst es aus.
Albert Rösti ganz privat
Zum Schluss wollten Malin, Thomas und die anderen noch mehr über den Bundesrat als Privatperson wissen: Als Jugendlicher fuhr Albert Rösti viel Ski und hat Musik gemacht. Gern wäre er auch Musiker geworden. Er spielte Schlagzeug in einer Band. Seine Lieblings-Pizza ist Pizza Prosciutto. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er auf dem Bauernhof seiner Eltern im Berner Oberland. Der Familienname Rösti hat nichts mit Kartoffeln zu tun, auch wenn er Rösti mit Speck sehr gern isst.
