Bauwirtschaft aktuell, Nr. 3

Das Baugewerbe baut die „Eigenen vier Wände“

Von der Volksinitiative „Eigene vier Wände dank Bausparen“ profitieren vor allem der Mittelstand und das Gewerbe. Dank den durch das Bausparen ausgelösten Investitionen resultieren beim Bund Mehreinnahmen und bei den Kantonen eine „rote Null“. Die Initiative generiert Aufträge und sichert Arbeitsstellen. Sie verdient daher am 17. Juni Ihre Unterstützung an der Urne.

In der neuen Studie „Bausparmodell Schweiz“ wurden vom Forschungsteam Rütter + Partner und pom+ unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Pascal Gantenbein von der Universität Basel die Bausparenden im Kanton Basellandschaft, der als einziger Kanton bereits ein Bausparmodell kennt, befragt. Auf dieser Basis wurden die regionalen volkswirtschaftlichen und steuerlichen Wirkungen berechnet. Anschliessend wurden die Auswirkungen der Initiative für die Schweiz hochgerechnet. Die Studie beweist, dass von der Initiative vor allem der Mittelstand, Familien mit Kindern sowie das Gewerbe profitiert. 71% aller Bausparenden verfügen über ein steuerbares Einkommen von unter 100‘000 Fr. In diese Kategorie fallen 85% aller Steuerpflichtigen des Kantons. Das Bausparen wird insbesondere von Familien mit Kindern in Anspruch genommen, sie machen 44% aller Bausparer aus. 38% der Bausparer sind ledig und 18% verheiratet ohne Kinder. Über 50% der Bausparer verfügen über kein steuerbares Vermögen, weitere 23% weisen ein steuerbares Vermögen unter 100'000 Fr. aus.

Das Baugewerbe profitiert

Im Kanton Basellandschaft werden jährlich rund 500 Wohneinheiten in Verbindung mit Bausparen erworben. Die langfristig durch das Bausparen bzw. durch den Erwerb eines Eigenheims zusätzlich in der Bauwirtschaft des Kantons Basel-Landschaft ausgelöste Nachfrage beläuft sich auf rund 22 Mio. Fr. Auf die Schweiz hochgerechnet werden durch das Bausparen zusätzlich 1'220 – 1'260 Wohneinheiten nachgefragt. Es steht mehr Wohnraum zur Verfügung  und das Problem der Wohnungsknappheit, das vorwiegend auf die hohe Zuwanderung zurückzuführen ist, wird entschärft. Vom Bausparen kann dabei insbesondere das Baugewerbe profitieren. 82% der Nachfrage fliesst in die Baubranche.

Abbildung: Aufteilung der Baukosten nach Branchen

Quelle: Schweizer Baudokumentation, 2005. Berechnungen pom+

Diese zusätzliche Nachfrage generiert im Kanton Baselland jährlich eine Bruttowertschöpfung von 15 Mio. Fr. und eine Beschäftigung von rund 140 vollzeitäquivalenten Stellen (VZÄ). Für die ganze Schweiz wird das Bausparen eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von jährlich 500 - 600 Mio. Fr. auslösen. Dadurch entsteht eine Beschäftigungswirkung von 4'600 - 5'500 VZÄ. In anderen Worten, das Bausparmodell Schweiz sichert jährlich ca. 5000 Stellen. Von der zusätzlichen Wirkung profitiert der Bausektor am meisten, 38% der Wertschöpfungswirkung und 44% der Beschäftigungswirkung entfallen auf diesen

Sektor. Die Förderung von selbstgenutztem Wohneigentum ist auch Förderung des Baugewerbes. Mit dem Bausparen wird ein Wachstumsschub ausgelöst und die Konjunktur angekurbelt.

Zusätzliche Steuereinnahmen

Gemäss der Studie kann der Bund längerfristig mit Mehreinnahmen von 22-26 Mio. Fr. pro Jahr rechnen. Sämtliche Kantone und Gemeinden haben zusammengenommen Steuerausfälle von 6-9 Mio. Fr. jährlich zu tragen. In der Studie nicht berücksichtigt sind die zusätzlichen Erträge aus der Grundstückgewinnsteuer. Für die Kantone und Gemeinden resultiert daher eine „rote Null“. Über alle staatlichen Ebenen hinweg ergibt sich ein positiver Saldo von jährlich rund 16 Mio. Fr. Die Behauptung aufgrund der hohen Steuerausfälle durch das Bausparen müssten die Steuern erhöht werden, entbehrt daher jeglicher Grundlage. Die Initiative fördert das Wohneigentum äusserst effizient und kostengünstig.

Wohneigentumsförderung dringend nötig

Die heute bestehende Möglichkeit,  Gelder aus der 2. oder 3. Säule für den Erwerb von Wohneigentum vorzubeziehen, ist keine echte Wohneigentumsförderung. Altersvorsorge und Wohneigentum sind zwei separate Förderungsziele in der Schweizerischen Bundesverfassung. Es ist nicht richtig, das eine auf Kosten des anderen zu fördern. Wurden die Gelder vorbezogen, ist ausserdem die Versicherungsleistung im Vorsorgefall empfindlich reduziert. Der Bundesrat will zudem diese Vorbezugsmöglichkeit stark beschränken. Da diese Vorbezugsmöglichkeit heute rege genutzt wird, hat deren Einschränkung zur Folge, dass der Erwerb von Wohneigentum für viele Leute praktisch verunmöglicht wird. Obwohl die Bundesverfassung die Förderung von Wohneigentum vorsieht, wird damit das Wenige an Wohneigentumsförderung auch noch in Frage gestellt. Das Resultat ist längst bekannt: Die Schweiz weist im Vergleich mit dem benachbarten Ausland die mit Abstand tiefste Wohneigentumsquote aus, nämlich ca. 39%. Auch die momentane Tiefzinsphase, welche zurzeit den Erwerb von Wohneigentum stimuliert, wird nicht ewig andauern. Mit steigenden Zinsen wird der Erwerb von Wohneigentum erschwert und es ist fraglich, ob sich künftige Generationen des Mittelstands ohne Vorbezugsmöglichkeiten werden Wohneigentum leisten können. Angesichts dessen ist das Bausparen dringend nötig. Es setzt in idealer Weise den Verfassungsauftrag zur Wohneigentumsförderung um.

Bausparen wichtig für Wohneigentümer

Die Vorlage richtet sich unmittelbar an Mieter, bietet aber auch Wohneigentümern Vorteile. Denn von diversen Seiten wird versucht, das Eigentum zu beschränken oder es vermehrt zu besteuern. Sei es in der Raumplanung, dem Mietrecht oder beim Gläubigerschutz. Um solchen Angriffen, die immer häufiger werden, Stand zu halten, ist ein breit gestreutes Eigentum unabdingbar. Das Bausparen erleichtert künftigen Generationen den Erwerb von Wohneigentum und ermuntert die Jungen zum Sparen statt zum Konsumieren.

Die HEV-Initiative „Eigene vier Wände“ stellt für das Gewerbe im allgemeinen und das Baugewerbe im Speziellen ein Kernanliegen dar und daher am 17. Juni 2012 mit einem Ja zu unterstützen.

www.bausparen-Ja.ch

Pavlo Stathakis,Rechtsanwalt, Hauseigentümerverband Schweiz

Anmerkung bauenschweiz


bauenschweiz unterstützte seit je her die verschiedenen Bestrebungen zur Einführung des Bausparens. Dies insbesondere auch unter dem Gesichtswinkel, dass die Schweiz im europäischen Vergleich immer noch ein erhebliches Wohneigentumsdefizit hat. Im Weiteren er­höht der Bau von Wohneigentum das Sozialprodukt, löst Beschäftigungsimpulse aus, entlastet die Sozialwerke und trägt zur Bildung neuen Steuersubstrats bei. 

Weiterhin markantes Wachstum beim Neubau von Mehrfamilienhäusern


In der vergangenen Dekade haben sich die gesamten Hochbauinvestitionen in der Schweiz real um gut 20 Prozent erhöht. Ursache dafür war vor allem die stark forcierte Neubautätigkeit im Segment der Mehrfamilienhäuser. Auch für das laufende Jahr rechnet Wüest & Partner mit einem Wachstum.

Gesamte Hochbauinvestitionen mit Prognose (in Mrd. CHF, Baupreise)


Mehrfamilienhäuser wachsen in den Himmel

Mit fast 15 Milliarden Franken wurde 2011 ein Spitzenergebnis im Neubau von Mehrfamilienhäusern erzielt. Jeder dritte Franken aller Hochbauausgaben floss in diesen Bereich. Auch für das laufende Jahr präsentieren sich die Aussichten vorteilhaft: Wüest & Partner rechnet hier mit einem Wachstum von 2.7 Prozent. Die verringerte Zunahme im Vergleich zu den 6 Prozent von 2011 lässt sich nicht mit einem Rückgang der Nachfrage begründen, denn diese ist weiterhin intakt; Ursache sind Kapazitätsengpässe der Bauindustrie. Können diese abgebaut werden, liegt für 2012 ein stärkeres Wachstum drin. Auch das Neubauvolumen im Segment der Einfamilienhäuser dürfte 2012 rund 6.8 Milliarden Franken betragen und damit gegenüber 2011 um 4 Prozent zulegen.

Mehrfamilienhäuser: Neubauinvestitionen (2001-2010, durchschnittliche jährliche Investitionen in Mio. CHF)

Verschiedene Signale in den weiteren Segmenten

Werden die Baubewilligungen für Geschäftsflächen als Vorlaufindikator herangezogen, ist beim Neubau mit Wachstum zu rechnen. Aus konjunktureller Optik erscheint es aber wahrscheinlicher, dass die Realisierungsquote geringer ausfallen wird und eine Stagnation entsteht. Die Umbauinvestitionen bewegen sich um das langjährige Mittel von 2.8 Milliarden Franken. Bei den Infrastruktur- und Betriebsbauten ist mit einem Rückgang des Neubaus und einer Zunahme des Umbaus zu rechnen.


Räumliche Verteilung der Wohnbauinvestitionen

Schweizweit flossen zwischen 2001 und 2010 rund 170 Milliarden Franken in den Wohnungsneubau, womit rund 377 000 Wohnungen realisiert wurden. Die mittleren Baukosten pro Einfamilienhaus betragen in diesem Zeitraum 570 000 Franken, diejenigen für eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus rund 390 000 Franken, wobei Miet- und Eigentumswohnungen hier im Paket betrachtet werden.

Die drei volumenstärksten Regionen Genf, Zürich und Aarau machen 11.4 Prozent der nationalen Bauausgaben aus. Das Glarner Hinterland, das Val-de-Travers und die Region um den Lac de Joux sind die drei volumenschwächsten Regionen. Trotz der räumlichen Konzentration des Wohnungsneubaus auf die Zentren profitieren auch andere Gemeinden vom Bauboom. Dies sind vor allem die Agglomerationsgemeinden der fünf Grossstädte und kleinere Regionalstädte. Aber auch industriell geprägte Gemeinden konnten zulegen. Umgekehrt entwickelte sich das Neubauvolumen in reichen und steuergünstigen Gemeinden merklich unterdurchschnittlich. Dieser Sachverhalt erklärt sich – man mag es ahnen – nicht durch eine mangelhafte Standortattraktivität, sondern durch zu wenig verfügbares Bauland.


Konstant tiefe Margen

Die gegenwärtige Situation in der Bauindustrie – mit markant wachsenden Bauinvestitionen – wirft die Frage auf, ob Bauunternehmen nachhaltig davon profitieren? Heute erzielen Bauunternehmen tendenziell geringere Margen als noch vor zehn Jahren. Sie können aber nicht nur mit einer überdurchschnittlichen Kostenentwicklung im Baubereich in Verbindung gebracht werden. Die notorisch tiefe Rentabilität der Bauindustrie ist zu einem namhaften Ausmass hausgemacht. Im Zentrum steht dabei ein knochenharter Konkurrenzkampf, den verschiedene strukturelle Elemente prägen: die aktuelle Gestaltung des Submissionsverfahrens der öffentlichen Hand, der geringe Anreiz für die Anbieter, eine differenzierte Reputation am Markt aufzubauen sowie die zunehmende Verschiebung der Wertschöpfung vom physischen Produkt hin zur Dienstleistung.


Schnittstellenproblematik führt zu Effizienzeinbussen

Bauen ist ein komplexes Unterfangen, zumal zahlreiche autonome Unternehmen involviert sind. Anders als in einem Konzern, bei dem quasi alles aus einer Hand kommt, fehlt bei Bauprojekten meist eine übergreifende, koordinierende Klammer. Ausnahmen dazu bilden die altbekannten und etablierten Formen des General- und des Totalunternehmens. Aber nur ein kleinerer Anteil des Bauvolumens wird über entsprechende Konstrukte abgehandelt, denn auch diese Form der Projektbewältigung hat ihre Schwachstellen.

Auf jeder Baustelle treffen sich immer wieder neue oder alte Akteure in immer wieder neuen Konstellationen. Das Rad der Zusammenarbeit muss vor Ort stets neu erfunden werden. Dasselbe gilt auch in der Interaktion mit dem Bauherrn, der seinerseits nicht selten ein Laie im Thema ist. Die kleinteilige, wenig koordinierte Vorgehensweise führt zwangsläufig zu Ineffizienzen, sie sich in der Praxis doppelt negativ auswirken: Für den Konsumenten resultieren unter dem Strich höhere Baukosten, für die Produzenten ergibt sich ein Druck auf die Margen, das heisst auf deren Unternehmensrentabilität. Es handelt sich dabei um ein systemisches Problem, das offensichtlich nicht einfach zu lösen ist — insbesondere nicht durch neue Gesetze.


Patrik Schmid, Partner von Wüest und Partner AG

Home Office: Gewinn für Unternehmen und Arbeitnehmende

Die Schweiz nutzt die Vorteile von modernen Arbeitsformen wie Home Office oder Teleworking noch viel zu wenig. Andere Länder sind in diesem Bereich bereits deutlich weiter und schaffen sich so Effizienzvorteile, wie eine neue Publikation von economiesuisse zeigt. Oliver Gassmann, Professor für Technologiemanagement an der Universität St. Gallen, schätzt, dass heute mindestens 450 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Schweiz das Potenzial hätten, einmal pro Woche einen Home Office Tag einzuschalten und ihre Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Was für viele Angestellte verlockend tönt (weniger Pendeln, mehr Flexibilität, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie) bietet auch den Schweizer Unternehmen handfeste Vorteile. Das zeigt ein Blick in verschiedene Untersuchungen im In- und Ausland:

-          Eine Untersuchung von Oliver Gassmann zeigt, dass durch geteilte Arbeitsplätze (Desk Sharing) pro Arbeitsplatz bis zu 30 Prozent an Kosten eingespart werden können. Zudem entfallen pro Home Office Tag im Schnitt 40 Minuten Arbeitsweg, die produktiver genutzt werden können.

-          Im US-Patentamt wird bereits 40 Prozent der Arbeitszeit aus dem Home Office geleistet. Dadurch sanken alleine die Bürokosten um 4,36 Millionen US-Dollar.

-          Eine englische Studie kommt zum Schluss, dass zwei Home Office Tage pro Woche eine Produktivitätssteigerung von 20 Prozent bringen. Zudem sanken die Abwesenheitsmeldungen bei den untersuchten Firmen um 4,7 Tage pro Person und Jahr.

-          Im Weiteren errechnen die Autoren der Studie eine Senkung der Mietkosten vom 15 bis 20 Prozent und eine markante Reduktion des Energieverbrauchs (minus 4400 Kilowattstunden bei zwei Arbeitstagen).

Dies sind nur einige wenige Beispiele von Vorteilen (weitere sind in der oben erwähnten Publikation von economiesuisse zu finden). Sie alle laufen aber auf den gleichen Effekt hinaus: Mehr Produktivität bei gleichzeitig besseren Arbeitsbedingungen. Heute kann die Schweiz ihre Produktivität im Schnitt um rund 1,3 Prozent pro Jahr steigern. Gassmann schätzt, dass durch einen systematischen Home Office Tag ein jährliches Potential von zwei bis fünf Prozent erreicht werden könnte. Zugegeben, dazu wäre ein radikales Umdenken bei allen Beteiligten nötig. Doch selbst wenn diese ambitionierten Ziele nicht vollumfänglich erreicht werden können, in Zeiten der Frankenstärke sollte die Schweiz jede Möglichkeit nutzen, ihre eigene Wettbewerbsposition zu stärken.

 

Die Schweizer Wirtschaft und die Verwaltung sollten deshalb ihre Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter wo immer möglich, systematisch ein bis zwei Arbeitstage pro Woche von zu Hause arbeiten lassen. Dazu braucht es keine neuen gesetzlichen Regelungen, sondern die Bereitschaft von Arbeitnehmern und Firmen.

Home Office Day 2012

economiesuisse ist Patronatspartnerin des Home Office Day 2012. Dieser Tag möchte Firmen und Arbeitgebern einen Anstoss zu geben, damit die Möglichkeiten von Home Office künftig besser genutzt werden. Träger des Events sind Microsoft, Swisscom und SBB. Der diesjährige Home Office Day fand am 10. Mai 2012 zum dritten Mal statt. Zahlreiche Firmen haben die Gelegenheit genutzt und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Home Office-Tag ermuntert.

Weitere Informationen für Unternehmen und Mitarbeiter: www.homeofficeday.ch

 

Kurt Lanz, Mitglied der Geschäftsleitung von economiesuisse

Am 24. April 2012 fand in Zürich - Kloten die Frühjahrs-Plenarversammlung von bauenschweiz statt

Zahlreiche Delegierte fanden am 24. April 2012 den Weg nach Zürich – Kloten an die Frühlingsversammlung von bauenschweiz. Hans-Peter Domanig, Präsident des VSGU und Vorstandsmitglied von bauenschweiz gewährte heuer der Frühjahrsversammlung Gastrecht am Geschäftssitz der Priora Gruppe, deren CEO er ist.

Präsident NR Hans Killer freute sich auf ein erfolgreiches Verbandsjahr zurückblicken zu können. In seinem Rück- und Ausblick richtete der Präsident das Augenmerk auch auf die wirtschaftliche Lage und kommt aufgrund der Analysen von KOF zum Schluss, dass die Schweiz den jüngsten Konjunkturrückgang wohl einigermassen gut überstanden hat. Für die Bauwirtschaft wird zwar mit einer Abkühlung des gegenwärtigen Booms gerechnet. KOF prognostiziert für dieses Jahr eine Zunahme der Bauinvestitionen von 2.5%, für das Jahr 2013 noch eine solche von 1.3 %. Vor allem die Wohnbauinvestitionen dürften im kommenden Jahr einen deutlichen Wachstumsrückgang erfahren.

Die statutarischen Geschäfte wurden allesamt einstimmig verabschiedet. Der Präsident informierte über einen Wechsel im Vorstand von bauenschweiz.  André Renggli, Präsident des Fachverbands Schweiz. Kies- und Betonindustrie FSKB ist anfangs Jahr aus dem Vorstand ausgeschieden, weil die Firma Griston Holding AG, deren Geschäftsleitungsvorsitzender er ist, aufgrund von Umstrukturierungen wieder vermehrt sein Engagement auf operativer Ebene bedarf. Killer bedauerte André Rengglis Rücktritt und betonte, dass der bauenschweiz – Vorstand nicht zuletzt von Rengglis Know-how als erfolgreicher Unternehmer aus der Baubranche profitieren konnte. Der Präsident bedankte sich bei Renggli für sein Engagement bei bauenschweiz und in seiner Funktion als Vorstandsmitglied.

Als Rengglis Nachfolger stellte Killer Dr. René Furler vor und freute sich, Furler als neues Vorstandsmitglied offiziell willkommen zu heissen. Furler wurde von der Generalversammlung der Stammgruppe Produktion und Handel am 16. Februar 2012 zum Präsidenten gewählt und ist in dieser Eigenschaft von Amtes wegen Mitglied des Vorstandes bauenschweiz. R. Furler ist Vorsitzender der Direktion der HG Commerciale, welche als Baumaterialhandels-Genossenschaft insgesamt 800 Mitarbeitende beschäftigt und über rund 3700 Mitglieder verfügt. Als Mitglied der eidgenössischen Kommission für Bauprodukte hat sich Furler im Rahmen der Revision der Bauprodukteerlasse aktiv für eine bauwirtschaftsverträgliche Lösung eingesetzt und damit auch eine aktive Rolle für bauenschweiz gespielt.

Nach dem statutarischen Teil zogen die beiden Referenten der Priora AG die Zuhörer in ihren Bann. Dr. David Lunze betonte die Wichtigkeit der Beachtung der Lebenszyklen schon bei der Planung von Immobilien. Michel Kempter brachte den Zuhörern unter dem Titel „Ein Trendgebiet entsteht“ das Gebiet rund um den Flughafen näher. Er veranschaulichte das Entwicklungspotential der Flughafenregion und stellte auf eindrückliche Art dar, wie dieses Gebiet wohl in nicht allzu ferner Zukunft aussehen dürfte.

 

Sandra Burlet, Leiterin Projekte und Kommunikation bauenschweiz