Bauwirtschaft aktuell, Nr. 25

Swissbau - Eröffnungszeremonie: Ein voller Erfolg

bauenschweiz hat am Eröffnungsanlass der Swissbau 2016 in Basel die Ingenieurskunst zum Thema gemacht. Unter dem Titel „Ingenieurskunst made in Switzerland: der Gotthard-Basistunnel“ haben verschiedene Exponenten auf eindrückliche Art und Weise aufgezeigt, über welche imposanten Bauwerke und grossartigen Bauleistungen unser Land verfügt.

Die Schweiz spielt gerade beim Tunnelbau weltweit in der obersten Liga mit. Dies illustrierte Renzo Simoni, Vorsitzender der Geschäftsleitung der AlpTransit Gotthard AG mit seinem Referat „Gotthard-Basistunnel: längster Eisenbahntunnel der Welt“. Aber nicht erst in jüngster Zeit sind die hiesigen Tunnel von grosser Bedeutung. Pionierhaft war schon die Errichtung des ersten Gotthard-Bahntunnels, welche Alfred Escher 1871 mit der Gründung der Gotthardbahn-Gesellschaft initiierte. Urs Rohner, VR-Präsident der Credit Suisse, Nachfolgerin der von Escher gegründeten Schweizerischen Kreditanstalt, erläuterte, dass damit die Basis für eine moderne Schweiz gelegt worden war. Dass hierzu früher wie heute eine hochentwickelte Ingenieurskunst von Nöten war und ist, liegt auf der Hand.

Das hochentwickelte und international angesehene schweizerische Ingenieurwesen war denn auch Thema der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Rainer Maria Salzgeber. Die Schweiz darf und soll auf ihre Bauwerke, ihre Ingenieure und die gesamte Bauwirtschaft stolz sein, so der Grundtenor. Dies untermauerte auch Bundesrat Ueli Maurer, welcher der Eröffnung der Swissbau der „Grundsteinlegung“ und mit seiner Grussbotschaft die Ehre erwies. bauenschweiz-Präsident Hans Killer verwies auf die Bedeutung der Bauwirtschaft im gesamtwirtschaftlichen Kontext. Als Wirtschaftszweig, welcher insgesamt rund eine halbe Million Menschen beschäftigt und nahezu 10% des Bruttoinlandprodukts generiert, bestehe für die Branche durchaus Grund, sich einmal selbst etwas zu feiern, so der Präsident. Und dies taten die Vertreterinnen und Vertreter der Bauwirtschaft und die vielen geladenen Gäste an der Eröffnungsfeier der Swissbau dann auch.

Sandra Burlet, stv. Direktorin bauenschweiz

Ja zum Gotthard-Sanierungstunnel

Der Vorstand von bauenschweiz hat geschlossen die Ja-Parole zum Gotthard-Sanierungstunnel beschlossen.

Der 1980 eröffnete Gotthard-Strassentunnel muss altersbedingt umfassend saniert. werden. Damit die wichtige Nord-Süd-Verbindung trotzdem aufrechterhalten werden kann, haben Bundesrat und Parlament den Bau einer zweiten Röhre mit anschliessender Sanierung des bestehenden Tunnels beschlossen.

Für bauenschweiz ist dies der richtige Ansatz. Denn mit dem Bau einer Sanierungsröhre kann künftig die Sicherheit dank richtungsgetrenntem Verkehr und einem Pannenstreifen massiv verbessert werden. Ausserdem lässt sich nur auf diese Weise die alte Tunnelröhre ohne Unterbruch der Strassenverbindung sanieren. Eine provisorische Verladelösung mit grossangelegten und teuren Verladeanlagen, wie sie das Referendumskomitee fordert, würde das Tessin während Jahren vom Rest der Schweiz abschotten. Für eine funktionierende Nord-Süd-Achse und damit für den Zusammenhalt der ganzen Schweiz braucht es deshalb den Sanierungstunnel am Gotthard. Aber auch mit Blick auf die weitere Zukunft macht der Bau einer zweiten Röhre Sinn. Denn auch künftig wird man den Tunnel sanieren müssen und zwar voraussichtlich alle 30 bis 40 Jahre einmal. Spätestens dann würde die Problematik eines Unterbruchs dieser wichtigen Strassenverbindung wieder zu Tage treten. Eine zweite Röhre stellt deshalb auch für die künftigen Generationen die weitaus beste Lösung dar.

Aus all diesen Gründen spricht sich bauenschweiz dezidiert für den Gotthard-Sanierungstunnel aus und empfiehlt, am 28. Februar 2015 ein JA zur Änderung vom 26. September 2014 des Bundesgesetzes über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet (STVG) (Sanierung Gotthard-Strassentunnel) einzulegen.

Redaktion Bauwirtschaft aktuell

Aktualisiertes Werkzeug zum Planen, Beurteilen und Vergleichen von Wohnbauten

Das Wohnungs-Bewertungs-System WBS ist an die veränderten Bedürfnisse und Anforderungen im Wohnungsbau angepasst worden. Das Werkzeug für die Überprüfung der Qualität von Wohnbauprojekten wird nicht nur im Rahmen der Wohnraumförderung des Bundes angewendet. Der Kriterienkatalog eignet sich auch bestens für die Begleitung des Planungsprozesses und als Entscheidungsgrundlage für Investoren und Bauherrschaften. Mit der Ausgabe 2015 kann anhand von nunmehr 25 Kriterien der Gebrauchswert von Wohnstandort, Wohnanlage und Wohnungen ermittelt werden. Dabei stehen der konkrete Nutzen sowie der Mehrwert für die Bewohnerschaft im Vordergrund.

Qualitätsvorstellungen unterliegen einem steten Wandel, Wohnformen verändern sich. Zersiedelung, Energiekonsum und Bevölkerungswachstum verlangen, dass im Wohnungsbau neuartige Lösungen gefunden werden. Anzustreben sind kompakte Quartiere mit einem Wohnungsangebot, das die unterschiedlichen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner einbezieht. Reichhaltige Dienstleistungsangebote und qualitativ hochwertige öffentliche Räume sollen das Wohlbefinden fördern.
Das Wohnungs-Bewertungs-System WBS 2015 nimmt diese Anliegen auf. Gegenüber der Vorgängerversion haben die Einbettung des Wohnobjekts in das bestehende Umfeld und der Beitrag des Projekts zur Quartierentwicklung einen höheren Stellenwert. In der Nähe erreichbare Dienstleistungs- und Mobilitätsangebote werden stärker betont. Neu eingeführt ist ein Kriterium für die Beurteilung der Partizipation. Denn Mitwirkung ist häufig eine unumgängliche Voraussetzung für erfolgreiche Verdichtungsprozesse. Im gleichen Kontext bekommt die Qualität des Aussenbereichs als Ort des Austauschs eine stärkere Beachtung. Zudem wird nicht mehr nur eine minimale, sondern auch eine maximale Nettowohnfläche pro Wohnungsgrösse thematisiert und damit ein Beitrag zur Reduktion des Wohnflächenverbrauchs geleistet.

Vereinfachte Anwendung – online Bewertung möglich
Trotz Ausweitung des Blickwinkels ist das WBS 2015 schlanker und die Handhabung einfacher und flexibler. Die Berücksichtigung von Rahmenbedingungen (Planungs- und Bauvorschriften, hindernisfreies Bauen) und einer auf die Wohnungsgrösse abgestimmten Grundausstattung werden weiterhin vorausgesetzt. Gerade noch 25 Kriterien dienen der Beurteilung von Wohnstandort, Wohnanlage und Wohnungen.
Die Beurteilung erfolgt nach quantitativen und qualitativen Merkmalen, und als Anreiz für die Realisierung unkonventioneller Lösungen können neu bei allen Kriterien auch Innovationspunkte erzielt werden. Bei der Überarbeitung des WBS wurde darauf geachtet, dass auch die Beurteilung von neuen Wohnformen, wie Clusterwohnungen oder Grosshaushalten (vgl. Bild Grundriss), einfach möglich ist.
Jedes Kriterium erhält aufgrund der Beurteilung zwischen 0 und maximal 4 Punkten. Daraus lässt sich wiederum der Gebrauchswert einer Überbauung herleiten, welcher zwischen 0 und 100 Punkten liegt. Je höher der Gebrauchswert, desto vielfältiger ist der Nutzen und desto grösser ist der Mehrwert für die Bewohnerschaft des Wohnobjekts. Die Bewertung wird mit einem online-Tool durchgeführt. Die Darstellung des Ergebnisses erfolgt in einer übersichtlichen und detaillierten Tabelle und einer aussagekräftigen Grafik, welche das Vergleichen mehrerer Wohnbauprojekte rasch ermöglicht (vgl. Bild Spider).

WBS als Entscheidungsgrundlage
Das WBS 2015 kann Planenden, Bauträgern, Behörden, Wettbewerbsauslobenden, Studierenden und weiteren interessierten Kreisen als Entscheidungsgrundlage dienen und mithelfen, die Herausforderungen im Wohnungsbau zu bewältigen. Dabei sind besonders die qualitativen Aspekte der Beurteilung hervorzuheben, die eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Standort und der Nahumgebung anregen.

Bewährtes Werkzeug für die Wohnraumförderung
Das Bundesamt für Wohnungswesen BWO wird das WBS 2015 wie bereits die älteren Versionen für die Gesuchsprüfung im Rahmen der Wohnraumförderung einsetzen. Nach einem Übergangsjahr werden sämtliche Wohnbauten, für die Mittel aus der Wohnraumförderung des Bundes beantragt werden, ab Januar 2017 mit dem neuen WBS beurteilt.

Das WBS 2015 ist abrufbar auf www.wbs.admin.ch. Dort steht auch das online-Tool zur Verfügung, mit welchem die Wohnbauprojekte beurteilt werden. Über dieselbe Adresse kann die umfassende gedruckte Version bestellt werden.

Felix Walder, Stellvertretender Direktor, Leiter Bauwesen Bundesamt für Wohnungswesen BWO

Bund verlangt elektronische Rechnungen

Seit 1. Januar 2016 besteht für Lieferanten der Bundesverwaltung die Pflicht ihre Rechnungen beim Bund elektronisch einzureichen, sofern der Vertragswert 5‘000 Franken übersteigt. Mit dieser Rechnungsform will der Bund einen schnellen, papierlosen Austausch ermöglichen. Da alle Verwaltungseinheiten des Bundes seit einigen Jahren in der Lage sind, eingehende elektronische Rechnungen zu verarbeiten, will man das System und die dadurch entstehenden Effizienzsteigerungen jetzt nutzen und vorantreiben.

Weil bauenschweiz nicht in den Prozess der Umstellung auf elektronische Rechnungen einbezogen worden war und die Bauwirtschaft im vergangenen Jahr eher zufällig auf die neue Pflicht gestossen ist, hat bauenschweiz - Präsident Hans Killer im Juni 2015 eine entsprechende Interpellation eingereicht (vgl. Newsletter Nr. 22). Die Interpellation Killer machte darauf aufmerksam, dass diese Pflicht und die damit zusammenhängende Notwendigkeit zur Umstellung für zahlreiche Unternehmen der Bauwirtschaft zu Zusatzaufwänden und Mehrkosten führen werde. H. Killer beantragte, die Einführung etwas hinauszuschieben und die Übergangsfrist zu verlängern. Der Bundesrat bekräftigte in seiner Antwort jedoch, dass er am Einführungsdatum per 1.1.2016 festhalte. Die Bundesverwaltung sei sich jedoch bewusst, dass die verschiedenen Lieferanten unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse hätten. Deshalb würden drei verschiedene Varianten zur Einreichung von elektronischen Rechnungen angeboten, welche die spezifischen Bedürfnisse und Möglichkeiten des einzelnen Lieferanten berücksichtige.

Gemäss Website des Bundes bestehen folgende Möglichkeiten die Rechnung elektronisch einzureichen: Neben Fakturierung mittels integriertem System (ERP), kann auch eine Rechnung in Form eines PDF erstellt und diese via Portal eines Service-Providers an die Verwaltung übermittelt werden. Für nur seltene Fakturierungen zu Handen der Bundesverwaltung besteht auch die Option die Rechnung im Internet, d.h. im Web-Portal eines Service-Providers, direkt zu erfassen.

Die Informationen rund um die elektronischen Rechnungen beim Bund sind unter www.e-rechnung.admin.ch abrufbar.

Redaktion Bauwirtschaft aktuell