Bauwirtschaft aktuell, Nr. 19

Jahresrück- und Ausblick

Das Jahr 2014 zeichnete sich für die Bauwirtschaft erneut als umsatzstarkes Jahr aus. Die Hinweise aber, wonach sich unsere Branche in Richtung Konsolidierung bewegt, verdichten sich. Nach einer langen Zeit der Hochkonjunktur im Bau sind zunehmend Stimmen vernehmbar, welche künftig mit einer rückläufigen Entwicklung rechnen. Die Unsicherheiten sind nicht zuletzt auf die zahlreichen Vorhaben und Vorstösse zurückzuführen, welche ganz direkt den Bau- und Immobilienmarkt betreffen. Von Zweitwohnungsinitiative, über Kulturlandinitiativen, allfällige Verschärfungen der Lex Koller, bis hin zu immer strengeren Vorgaben für die Hypothekarvergaben für die Banken, haben alle Vorlagen einen sehr direkten Einfluss auf unser Marktsegment. Eine weitere Ungewissheit besteht auch hinsichtlich des Entscheids der SNB von Mitte Januar, den Euro-Mindestkurs aufzugeben und die Zinsen weiter zu senken. Die Bauwirtschaft muss sich wohl langsam aber sicher darauf einstellen, dass sich die Phase der übervollen Auftragsbücher dereinst einem Ende zuneigen wird.

Die Dachorganisation bauenschweiz erlebte in den vergangenen zwölf Monaten aktive und spannende Zeiten. Ende Februar fand die Stabsübergabe an den neuen Direktor von bauenschweiz statt. Das Team der Geschäftsstelle hat mit sichtlich neuem Schwung und viel Elan seine Aufgaben angepackt und erfolgreich gemeistert. Politisch war unser Verband im 2014 gefragt. Mehrere für unsere Branche evident wichtige Bereiche standen auf der Agenda und verlangten volles Engagement. Hier ein paar Ausführungen zu einigen zentralen Themen:

Mitte September wurde der Entwurf der revidierten Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliches Beschaffungswesen IVöB in die Vernehmlassung geschickt. Nach zahlreichen Sitzungen innerhalb der verbandseigenen Arbeitsgruppe und nach interner Abstimmung der Interessen stand gegen Mitte Dezember unsere Haltung fest. Die Stellungnahme, wonach bauenschweiz die Harmonisierung im Grundsatz unterstützt, bei zahlreichen Aspekten aber noch Korrekturbedarf ortet, konnten wir am 16. Dezember 2014 einreichen.

Am 18. September 2014 hat der Nationalrat Nichteintreten auf die Kartellgesetz-Revision beschlossen und damit die Vorlage definitiv versenkt. Die Bauwirtschaft hat dezidiert die Haltung vertreten, dass das geltende Gesetz über genügend wirksame Mittel verfügt, um Missbräuche zu bekämpfen. Und im Besonderen hat sie das beabsichtigte Teilkartellverbot entschieden abgelehnt, weil dieses die unverzichtbaren Arbeitsgemeinschaften in akute Bedrängnis gebracht hätte. Erfreulicherweise haben die von gewerblicher und bauwirtschaftlicher Seite vorgebrachten Argumente in diesem Fall gestochen und wurden erhört.

Die Revision der Bauproduktegesetzgebung wurde durch den Beschluss des Ständerats am 10. März 2014 unter Dach und Fach gebracht. Die neue Gesetzgebung ist am 1. Oktober 2014 in Kraft getreten. Über Jahre mit der Materie beschäftigt hat sich auch unsere Arbeits- und Expertengruppe. Sie betätigt sich weiterhin in diesem Bereich und setzt sich mit Fragen rund um die Umsetzung auseinander.

Das Bundesgesetz über die Zweitwohnungen wurde im September 2014 vom Ständerat behandelt. Im Oktober 2014 hat die nationalrätliche Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK-N) dessen Beratung aufgenommen. Strittig ist insbesondere die Frage, in wie weit Erweiterungen bei bisherigen, bestehenden Zweitwohnungen noch zulässig bleiben sollen. Die Bauwirtschaft plädiert für eine pragmatische Umsetzung, welche massvolle Erweiterungen dieser altrechtlichen Wohnungen weiterhin zulässt. Andernfalls ritzt man die Besitzstandsgarantie und trägt zur Verlotterung der bestehenden Gebäude in den betroffenen Gebieten bei.

Kurz vor Jahresende wurde das Vernehmlassungsverfahren zur zweiten Revisionsetappe des Raumplanungsgesetzes eröffnet. Wir haben zusammen mit anderen Organisationen schon im Vorfeld betont, dass im Bereich der Raumordnungs-Revisionen das Tempo viel zu hoch und gegenwärtig kein akuter Handlungsbedarf ersichtlich sei, nachdem die erste Revisionsetappe auf Bundesebene eben gerade erst umgesetzt worden ist. Nach einem Hinausschieben um wenige Monate wurde dann aber die Vorlage am 5. Dezember 2014 und mit Frist bis Mitte Mai 2015 in die Vernehmlassung geschickt. Die bauenschweiz – eigene Arbeitsgruppe hat die Arbeit aufgenommen und ist an der Erarbeitung einer Stellungnahme.

Damit beschliesse ich den kurzen Jahres-Rückblick, der über weite Strecken gleich ein Ausblick ist. Denn die meisten der erwähnten Bereiche werden uns künftig weiterbeschäftigen. Und hier wollen wir uns auch diesem Jahr mit vollem Elan engagieren! Meinen Vorstandskollegen, den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle, den Mitgliedern in unseren Arbeitsgruppen, unseren Mitgliedorganisationen, den befreundeten Verbänden und allen, die uns in unserer täglichen Arbeit unterstützen, möchte ich bei dieser Gelegenheit ganz herzlich danken!

Nationalrat Hans Killer

Präsident bauenschweiz

Einige Gedanken zur so genannten „Energiewende"

Der Begriff „Energiewende" hat sich etabliert und kursiert nun schon seit einigen Jahren, aber weniger denn je wissen wir, was genau damit bezeichnet wird, auf welchen Zeitpunkt oder Zeitraum Bezug genommen wird und warum man den Begriff überhaupt noch braucht. Aber er hält sich hartnäckig. Es steht zu vermuten, dass dies weniger am ersten Wortteil liegt, der Energie, als am zweiten: der Wende.

Die Wende gehört zu jeder gut gemachten Geschichte und zu jedem interessanten Leben. In der Wende liegt Sinnstiftung. Sie trennt das Vorher vom Nachher. Sie steht für das Hereinbrechen der Erkenntnis, des Neuen, der Wahrheit. Darum traut man ihr zu, im Zweifelsfall eine Wende zum Guten zu sein. Wenn nicht, hat sie immer noch den Vorzug des Dra-matischen. Hauptsache, es passiert überhaupt etwas, ob gut, ob schlecht, dem Drama ist das egal. Der Politik sollte es allerdings nicht egal sein.

Eine Wende kann von aussen angestossen werden und dadurch als unumgänglich (um nicht zu sagen alternativlos) gelten. Das Weitermachen wie bisher scheint dann per se undenkbar zu sein. Wer nach einer Katastrophe wie z.B. Fukushima nicht sogleich Bedarf nach einer Wende anmeldet, hat es dementsprechend schwer. Denn es geht in solchen Momenten weniger um Inhalte als darum, das dramaturgisch Gebotene zu tun, und das heisst dann eben, eine Wende zu verkünden.

Wer das tut, sagt implizit, ohne Wende drohe der Stillstand bzw. es müsse immer erst etwas passieren, damit sich überhaupt etwas tut. An diesem Punkt kann die Dramaturgie der Wende sehr leicht in Demagogie umschlagen. So gilt es dann etwa als ausgemachte Sache (um beim Beispiel Fukushima zu bleiben), dass der Schock aus Japan uns dazu verholfen hat, überhaupt erst über unsere Energiesituation nachzudenken. Denn vorher haben wir das irgendwie verschlafen. So jedenfalls lautet die implizite Behauptung.

Wie passt das aber zu den folgenden Tatsachen? Unser Energieverbrauch im Kanton Zürich ist seit 20 Jahren stabil, trotz der Bevölkerungszunahme. Der Wärmebedarf der Neu-bauten hat sich seit 1990 halbiert. Der Anteil der erneuerbaren Energien steigt laufend an, insbesondere bei der Wärmeversorgung der Häuser. Der öffentliche Verkehr wird immer stärker genutzt. Er deckt heute 30 % der kantonalen Mobilität ab. Und der CO2-Ausstoss pro Kopf ist von 6 Tonnen im Jahr 1990 auf rund 5 Tonnen gesunken.

Für mich ergibt sich schon daraus ganz klar: Wir brauchen keine Energiewende, sondern müssen den langfristig eingeschlagenen Weg fortsetzen! Dies nur schon deswegen, weil der Raum für energiepolitische Experimente sehr begrenzt ist. Zu viel hängt für die Schweizer Wirtschaft von einer sicheren und kostengünstigen Energieversorgung ab. Unsere Stärke bei der Stromproduktion liegt in der Wasserkraft. Für stochastische Energien aus Windkraftanlagen und Solarkraftwerken sind weite Teile der Schweiz nicht geeignet. Heute wird die Stromerzeugung aus neuen erneuerbaren Energien mit hohen Kosten bei marginaler Wirkung gefördert. Wenn Fördergelder gesprochen werden, sind diese dort einzusetzen, wo pro Franken die grösste Wirkung erzielt wird, also bei der Modernisierung der Grosswasserkraftwerke.

Staatliche Eingriffe sind aber möglichst klein zu halten. Der Markt muss spielen, sonst kommt es zu Verzerrungen bei den Marktkosten und zu blockierten Investitionen, was die sichere Versorgung in Frage stellt. Mit der Energiewende des Bundesrats laufen wir Gefahr, dass die Subventionsmaschinerie ausgebaut wird, ohne dass dadurch ein positiver Beitrag zur sicheren und wirtschaftlichen Energieversorgung geleistet wird. Im Sinne dieser sicheren Versorgung sind bestehende Kernkraftwerke so lange zu betreiben, wie ihre Sicherheit gewährleistet ist – dafür sorgt das Eidg. Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI. Technologieverbote sind abzulehnen, grundsätzlich sind alle Arten der Energiegewinnung weiterzuentwickeln, auch mit Blick auf die Freiheit und Praxisnähe von Forschung und Lehre.

Für den Kanton Zürich als wichtigsten Wirtschaftsstandort der Schweiz ist eine sichere und wirtschaftliche Energieversorgung besonders bedeutsam. Das ist keine neue Erkenntnis, und deswegen ist bei uns bereits sehr viel erreicht worden. Dieser Weg wird auf jeden Fall fortgesetzt. Gemäss unserem Energiegesetz soll der CO2-Ausstoss pro Kopf und Jahr bis ins Jahr 2050 auf 2,2 Tonnen gesenkt werden. Heute sind wir auf dem Zielpfad. Ich unter-stütze die Entwicklung energieeffizienter Techniken, Verbrauchsvorschriften lehne ich ab. Zur weiteren Reduktion des CO2-Ausstosses soll die Erneuerung des Gebäudeparks gefördert werden, insbesondere mit Anreizen für eine Siedlungsverdichtung nach innen. Sa-nierungsverpflichtungen für bestehende Bauten sind für mich dagegen keine Option. Eben-falls lehne ich Verbrauchsvorschriften und zusätzliche Subventionen aller Art ab.

Wegweisend ist für mich das Pilotprojekt NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) der EMPA, das der Kanton Zürich mit 11 Millionen Franken unterstützt. In Zusammenarbeit mit der ETH werden dort neue Technologien für energieeffiziente Baumaterialien und Gebäude entwickelt. Es handelt sich um ein Gerüst, das mit Testmodulen bestückt wird, in denen lebensecht gewohnt und gearbeitet werden kann. Von diesem Experiment versprechen wir uns Ergebnisse, mit denen neue Gebäudevorschriften geschaffen werden können. Diese Vorschriften dem technischen Fortschritt laufend anzupassen, ist von grosser Bedeutung, denn das Gegenteil wären starre Vorschriften, die sich dem Finden und Umsetzen neuer Lösungen in den Weg stellten.

Nicht Bürokratie, nicht Regelung um ihrer selbst willen, nicht eine Subventionskultur sind somit gefragt, sondern Rahmenbedingungen, die der Wirtschaft und Wissenschaft Raum zur freien Entfaltung geben. Eine Energiewende, die um jeden Preis Wende sein will, vermag dies nicht zu leisten. Es darf nicht so weit kommen, dass wir sagen: Durch Schaden wird man klug, also lasst uns möglichst viel Schaden anrichten!

Markus Kägi, Regierungsrat, Baudirektor Kanton Zürich

Zweite Revisionsetappe RPG kommt zu früh

Das Schweizer Volk hat klar und deutlich abgestimmt, gegen Ecopop. Das war wichtig und gut so! Und doch hatten die Ecopop-Vertreter und -Vertreterinnen in vereinzelten Punkten auch recht: Zum Beispiel darin, dass die Schweizer Bevölkerung rasant wächst. Gemäss Bundesamtes für Statistik (BFS) hat die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz 2013 erneut um 100'000 Personen oder 1.3% zugelegt. Aufgrund der neusten Daten des Bundesamtes für Migration (BfM) für Januar bis Oktober 2014 ist damit zu rechnen, dass, gemeinsam mit dem Geburtenüberschuss, die Bevölkerung auch im nächsten Jahr in etwa im selben Masse wachsen wird. Und zwischen Bevölkerungs- und Siedlungswachstum besteht nun einmal ein direkter Zusammenhang. Mehr Leute brauchen mehr Wohn- und Arbeitsraum, mehr Strassen, mehr Schienen und mehr Versorgungsinfrastruktur. Und angenommen, wir wachsen auch in den nächsten Jahren so weiter, dann sind wir in 15 bis 20 Jahren, also 2035, bei 10 Millionen Einwohnern und Einwohnerinnen. Das sind zwei Millionen mehr als heute und eine andere Schweiz. Muss uns das Sorgen bereiten? Nein aber diese absehbare Entwicklung bedingt, dass wir alle etwas näher zusammenrücken und unsere Gebäude erweitert oder aufgestockt werden. Die Mobilität muss besser organisiert und die Verkehrsinfrastruktur sinnvoll ausgebaut werden. Die Frage der Stunde ist deshalb: Wie muss eine sinnvolle und umsichtige Raumpolitik für eine 10-Millionen-Schweiz aussehen, so dass unsere hervorragende Standortqualität erhalten ja sogar noch verbessert werden kann und sich die Menschen auch in Zukunft wohl fühlen? Mit der Verabschiedung der ersten Revision des Raumplanungsgesetzes im März 2013 hat eine grosse Mehrheit der Bevölkerung guten und notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen zugestimmt. Doch mit einem Gesetz alleine ist noch kein Quadratmeter Haus, Dorf, Stadt oder Landschaft zukunftsfähig um- oder neugestaltet. Das ist vielmehr eine zentrale Aufgabe der Architekten und Ingenieure aber auch der Wirtschaft, der Politik und der Verwaltung unseres Landes. Und diese Arbeit, die ein hohes Mass an Fachwissen, Fingerspitzengefühl und Überzeugungsarbeit erfordert und bei der alle Bereiche unseres Alltags, der gesellschaftlichen Realität berücksichtigt und in Verbindung gebracht werden müssen, hat erst begonnen. Ein Kraftakt sondergleichen der Zeit und Geduld erfordert.

Aus diesem Grund hat der SIA in den vergangenen zwei Jahren wiederholt versucht, bis hin zu Gesprächen mit Bundesrätin Leuthard, eine Verschiebung des zweiten RPG-Revisionsschrittes um mindestens drei Jahre zu erwirken. Wie wir seit Dezember 2014 wissen – da gab der Bundesrat den Entwurf zur zweiten Revisionsetappe in die Vernehmlassung – leider ohne Erfolg. Nebst dem Umstand, dass der zweite Schritt aus Sicht des SIA zu früh erfolgt, vermag er auch noch nicht zu überzeugen. Umso mehr muss mit der nun laufende Vernehmlassung die Chance genutzt werden, mittels Verbesserungsvorschlägen noch eine Behebung der Defizite zu erwirken. Defiziten, wie sie der SIA zum Beispiel ortet bei den Vorgaben für das Bauen ausserhalb der Bauzonen. Hat doch gerade das Bauen auf diesem, eigentlich gar nicht prioritär dafür vorgesehenen Terrain bis heute rund 560'000 Gebäude entstehen lassen (Gemäss Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) 24% des gesamten Schweizer Gebäudebestandes) und ist es – da wie erwähnt kaum reglementiert – im Ergebnis der massgebende Zersiedelungstreiber der Schweiz. Handlungs- oder wenn man so will Bauspielraum muss auch ausserhalb der Bauzonen weiterhin erhalten bleiben. Die Bestimmungen hierfür jedoch, wie vom Bundesrat vorgesehen, nur neu zu gliedern und darüber hinaus keinen weiteren grundlegenden Änderungen zu unterziehen reicht nicht aus.

Des Weiteren wäre wünschenswert, wenn mit der zweiten Revision auch besondere Anstrengungen katalysiert würden, insbesondere in dicht besiedelten und intensiv genutzten Räumen. Anstrengungen um die Landschaft nachhaltig zu nutzen, aufzuwerten und so zu gestalten, dass sie ihrer wichtigen Funktionen als Natur-, Erholungs- und Identifikationsraum langfristig entsprechen kann. Immer wichtiger werden die Gebiete ausserhalb der Bauzonen auch für viele Menschen als Erholungs- und Freizeitraum, was entsprechende, integrale Nutzungsmöglichkeiten verlangt.

Und schliesslich müssen wir grundsätzlich einen Schritt machen, was die Begrifflichkeit der Raumplanung betrifft. Einen Schritt hin zu einem Verständnis, das über das Verteilen und Sichern von Flächen für einzelne Interessen hinausgeht, hin zu einem Denken in Räumen, das eine differenzierte Zusammenarbeit im Rahmen der Interessabwägung verkörpert. Eine Begrifflichkeit aber auch, die sich organisatorisch von den politischen Grenzen, sprich einer strikten und alleinigen Arbeits- und Kompetenzteilung zwischen Gemeinden, Kantonen und Bund verabschiedet. Raumplanerische Aufgaben überschreiten politische Grenzen, weshalb es vielversprechender ist, sie in die Verantwortung überregionaler Gemeinschaften, wie es zum Beispiel die Metropolitanregionen sind, zu übergeben. Nicht vergessen gehen dürfen auch die ländlichen Gebiete und die Alpenregion. Die Aufgaben dieser Gemeinschaften müsste es in Zukunft sein, die raumrelevanten sektoralen Politiken im Hinblick auf eine integrale Siedlungs- und Landschaftspolitik abzustimmen und darauf aufbauend, ein detailliertes Leitbild für ihre Siedlungsentwicklung, die Infrastruktur sowie die Landschafts- und Freiraumgestaltung zu schaffen. Dazu braucht es verlässliche politische Vorgaben und die notwendige Zeit, diese Vorgaben auch mit Sorgfalt und langfristiger Optik umsetzen zu können.

Stefan Cadosch, Architekt und Präsident SIA

Building-Award 2015

Die Verbände der Ingenieurberufe starten eine Bildungsoffensive. Wie sie selber festhalten, werden die Ingenieurberufe viel zu wenig wahrgenommen, obwohl sie in allen Baubereichen eine tragende Rolle einnehmen. So sind kaum je Ingenieurinnen und Ingenieure die Gefeierten, wenn es um die Präsenz bemerkenswerter Bauten in Printmedien oder im Fernsehen geht.

bilding, die Schweizerische Stiftung zur Förderung des Ingenieurnachwuchses im Bauwesen, will  mit dem von ihr lancierten Building-Award die Ingenieurleistungen speziell hervorheben und die Ingenieurin und den Ingenieur mit ihren Leistungen auf den roten Teppich bringen. Gleichzeitig sollen mit dem Building-Award der gesellschaftliche Wert der Ingenieurarbeit greif- und sichtbar gemacht und die sehr guten Zukunftsaussichten dieses Berufsstandes aufgezeigt werden. Der Award wird in enger Kooperation mit der Schweizerischen Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen usic, dem Fachverband Infra und dem Schweizerischen Baumeisterverband SBV durchgeführt.

Am 18. Juni 2015 findet im Kultur- und Kongresszentrum Luzern die erste Verleihung des Building-Awards statt. In würdigem Rahmen werden herausragende, bemerkenswerte und innovative Ingenieurleistungen am Bau vorgestellt und ausgezeichnet.

Die Wettbewerbsausschreibung und alle weiteren Unterlagen und Informationen sind unter folgendem Link abrufbar: www.building-award.ch. Die Projekte können in einer oder auch in mehreren der folgenden sieben Kategorien eingereicht werden: Hochbau; Grund-, Tief- und Infrastrukturbau; Industrie; Energie; Engineering und Gebäudetechnik; Young Professionals; Schulen. Eingabeschluss ist am 20. Februar 2015, das Preisgeld für den Gesamtsieger beträgt 10‘000 Franken.

Redaktion Bauwirtschaft aktuell